Programm

Physioswiss Kongress 2025

24. und 25. Oktober 2025

Congress Center Basel

Abstract
General
Inputreferate plus Podiumsdiskussion
News
Plenary
Referate mit Diskussionsrunde
Workshop

Hinweis: Klicken Sie auf den Namen einer Person um mehr über sie zu erfahren.

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Program

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Freitag, 24.10.2025

08:00 – 09:15

Türöffnung

Format General
09:15 – 09:30

Begrüssung

Format General
09:30 – 11:00

Fachkräfte im Wandel – sind die Physiotherapeut:innen bereit für die Zukunft?

Inputreferate mit anschliessender Podiumsdiskussion und Gästen

Dr. Dr. Slavko Rogan, Bern
Kurzbeschrieb
Diese Session bietet eine facettenreiche Betrachtung der aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für die Physiotherapie. Das erste Referat beleuchtet die Absicht von Physiotherapeut:innen, im Beruf zu bleiben, sowie das Wohlbefinden und die Determinanten, die ihre berufliche Zufriedenheit beeinflussen. Im zweiten Referat werden Entwicklung der ambulanten Versorgung aus der Perspektive der Physiotherapie analysiert, basierend auf den Ergebnissen des Obsan-Berichts. Im dritten Referat erfahren sie wie die Pflege die APN-Rolle vorantreibt. In der anschliessenden Podiumsdiskussion haben sie die Möglichkeit, das Thema Fachkräfte im Wandel mit den Referent:innen und Vertreter:innen von Physioswiss zu diskutieren.
Raum
San Francisco
Format Plenary

Intention de rester, bien-être, et leurs déterminants, des physiothérapeutes par rapport autres professions de la santé : résultats de la cohorte suisse SCOHPICA

Prof. Isabelle Peytremann Bridevaux, Lausanne
fr
de

Die Zukunft der ambulanten Versorgung – Welche Versorgungsmodelle Physiotherapeut:innen und andere Berufsgruppen bevorzugen​​​​

Sophie Karoline Brandt, Bern
Referatsdetails

Neue Modelle der ambulanten Grundversorgung können einen Beitrag leisten, um den Herausforderungen im Gesundheitswesen zu begegnen - doch was ist den Fachpersonen dabei wichtig? Die nationale Studie Health2040, dokumentiert in einem Obsan-Bericht, untersucht, welche Versorgungsmodelle Physiotherapeut:innen und weitere Berufsgruppen bevorzugen und leitet politische Implikationen ab.

de
fr

APN in der Schweiz – aktueller Stand

Prof. Dr. Maya Zumstein-Shaha, Bern
Referatsdetails

Das Schweizer Gesundheitswesen ist besonders aufgrund von demografischen Veränderungen, Mangel an hochqualifizierten Fachpersonen sowie steigenden Kosten herausgefordert. Neue Versorgungsmodelle mit Fachpersonen in neuen Rollen wie Advanced Practice Nurses (APN) sind nötig für die Zukunft. Der Einsatz von APN bringt inhaltliche, rechtliche und regulatorische Herausforderungen mit sich. 

de
fr
11:00 – 11:30

Pause

Format General
11:30 – 12:30

Cleverer Transfer von Menschen mit Unterstützungsbedarf

Yvonne Straub, Luzern
Kurzbeschrieb
Der Clevere Transfer – Wie kann die Physiotherapie in einer interdisziplinären Zusammenarbeit die Pflegenden dabei unterstützen? Damit diese Unterstützung in der Praxis nachhaltig greifen kann, ist es essenziell, kleine Hilfsmittel zu kennen, zu verstehen und deren Vorteile zu erkennen. Nach dem theoretischen Teil im Plenum mit Einführung ins Thema geht’s an einen Postenlauf, wo Hilfsmittel praxisnah kennengelernt resp. angewendet sowie Gruppendiskussionen (zu Studien, Erfahrungen) geführt werden.
Raum
San Francisco
Format Workshop
Kurs Parallel Sessions

Erfahren Sie, wie die Physiotherapie die Pflegenden beim Transfer unterstützen kann

Yvonne Straub, Luzern; Isabelle Deriaz, Lausanne
11:30 – 12:30

Innovative Modelle in der Neurorehabilitation

Zorica Suica, Rheinfelden
Kurzbeschrieb
In dieser Session werden innovative Ansätze der Neurorehabilitation in drei spannenden Vorträgen vorgestellt. Der erste Vortrag beleuchtet die Auswirkungen des demografischen Wandels und den wachsenden Bedarf an technologiegestütztem Training, das die Telemedizin vorantreibt. Der zweite Vortrag zeigt, wie die intelligente Nutzung von Patient:innendaten und verschiedenen Studiendesigns dabei hilft, spezifische Prognosefaktoren in der Neurorehabilitation zu identifizieren. Abgerundet wird die Session durch praxisnahe, evidenzbasierte Empfehlungen für Kraft- und Ausdauertraining bei Neuropatient:innen, mit dem Ziel, diese erfolgreich in den klinischen Alltag zu integrieren.
Raum
Sydney
Format Referate mit Diskussionsrunde
Kurs Parallel Sessions

Innovative Konzepte für TeleNeurorehabilitation

Prof. Dr. Christoph Bauer, Vitznau
Referatsdetails

Demographischer Wandel, Fachkräftemangel und erhöhter Bedarf an intensiver Therapie stellen die Neurorehabilitation vor Herausforderungen. Strategien wie Telerehabilitation, gezielte Outcome-Erhebung, datengestützte Therapieplanung und innovative Technologien ermöglichen eine bedarfsgerechte und präzisere Versorgung.

de

Precision Rehabilitation

Dr. Clare Maguire, Basel
en

Die Notwendigkeit eines massgeschneiderten Trainingskonzepts (Kraft- und Ausdauertraining) in der Neurorehabilitation

Dr. Jens Bansi, Valens
de
11:30 – 12:30

Zurück ins Leben – Der Weg eines COPD-Patienten zurück in den Alltag

Dr. Stéphanie Saxer, St. Gallen
Kurzbeschrieb
Die Session 'Zurück ins Leben – Der Weg eines COPD-Patienten zurück in den Alltag' beleuchtet anhand von Fallbeispielen den Verlauf eines COPD-Patienten durch verschiedene Krankheitsstadien. Beginnend auf der Intensivstation, über den stationären Aufenthalt, bis hin zur ambulanten Rehabilitation und der Betreuung in der Praxis, werden die aktuellen Behandlungsempfehlungen für jede Phase detailliert besprochen. Themen wie Nicht-invasive Ventilation, Dyspnoe-Management, inspiratorisches Muskeltraining, Ausdauer- und Krafttraining sowie die Förderung der körperlichen Aktivität und Edukation (z.B. Exazerbationsmanagement) werden individuell behandelt.
Raum
Osaka
Format Referate mit Diskussionsrunde
Kurs Parallel Sessions

Vertreter Intensivstation

Marius Hennemann, Lausanne

Vertreter Stationär

Joachim Schmidt, Bern

Vertreter Ambulant

Spencer Rezek, Winterthur

Vertreterin Praxis

Kaba Dalla Lana, Wetzikon
Referatsdetails

Ist die Social Fitness ein Schlüsselelement für die Physical Fitness?

Starke Beziehungen als Erfolgsfaktor für gelingendes Selbstmanagement im täglichen Leben.

11:30 – 12:30

Über den Tellerrand hinaus: neue Impulse für die Pädiatrie

Dr. Judith Graser, Affoltern am Albis
Kurzbeschrieb
In dieser Session werden drei verschiedene Themen der pädiatrischen Physiotherapie vorgestellt, die alle Kapazitäten haben, eine etwas andere Sichtweise einzunehmen:
Mit welchen Patient:innen kann man Klettern und was braucht es dazu? Wie sieht ein Sport- und Bewegungsprogramm auf der pädiatrischen Onkologie aus? Welche Sichtweise braucht die Physiotherapie bei der Untersuchung und Behandlung von chronischem Schmerz? Nicht nur pädiatrische Physiotherapeut:innen sind herzlich eingeladen, gemeinsam den Blick über den Tellerrand zu wagen.
Raum
Rio
Format Referate mit Diskussionsrunde
Kurs Parallel Sessions

Therapeutisches Klettern in der Pädiatrie

Nicole Baltensperger, Dietikon
Referatsdetails

Das Therapeutische Klettern fördert Kinder auf spielerische Art, in der Therapie an ihre Leistungsgrenzen zu gehen. Durch die komplexe Anforderung können Fortschritte auf physischer und kognitiver Ebene erzielt werden. In diesem Referat wird beleuchtet, weshalb und bei welchen Fragestellungen das Klettern als Ergänzung sinnvoll ist und wie es im eigenen Arbeitsumfeld angewendet werden kann.

Das «KiKli Fit» Projekt: Bewegungs- und Sporttherapie in der pädiatrischen Onkologie

Lisa Hillebrecht, Bern

Vom akuten zum chronischen Schmerz: die Rolle der pädiatrischen Physiotherapie

Christine Wondrusch, Basel
11:30 – 12:30

Spo(r)tlight on: Neurocognitive Approach, Women-Specific Training, and an Athlete's Battle Against Cancer

Dr. Andrea Martina Aegerter, Luzern / Bern / Winterthur
Kurzbeschrieb
This session covers three key topics in sports and rehabilitation: Suzanne Gard discusses how neurocognitive approaches can enhance rehabilitation, Jana Frangi and Anneke Penny provide key insights into tailoring training and rehabilitation for women, and former elite ice hockey player Corsin Camichel shares his personal experience of battling cancer while maintaining a professional sports career. The session will be followed by a discussion.
Raum
Mexico
Format Referate mit Diskussionsrunde
Kurs Parallel Sessions

How can you enhance rehabilitation with a neurocognitive approach?

Suzanne Gard, Carouge
en

Tailoring Training and Rehabilitation for Women: Key Insights

Jana Frangi, Zürich; Anneke Penny, Zürich
Referatsdetails

This session addresses selected aspects of research and practice in rehabilitation and training planning for female athletes. The focus is on physiological and biomechanical differences and their significance for assessment, load control, and clinical decisions in everyday physiotherapy

en

Profisport trotz Krebs? Ein Erfahrungsbericht

Corsin Camichel, Weggis
Referatsdetails

Der ehemalige Elite-Eishockeyspieler Corsin Camichel erzählt, wie seine Karriere im Profisport abrupt durch eine Krebsdiagnose unterbrochen wurde. Er spricht über die schwierige Zeit der Behandlung, wie er die Krankheit überwinden konnte und schliesslich zurück aufs Spielfeld fand. Zudem zeigt er auf, welche Rolle Physiotherapeut*innen im Genesungsprozess spielen können.

de
11:30 – 12:30

Norwegian Psychomotor Physiotherapy (NPMP)

Prof. Dr. Dörte Watzek, Bern
Kurzbeschrieb
In dieser Diskussionsrunde wird mit der Norwegian Psychomotor Physiotherapy (NPMP) eine physiotherapeutische Methode vorgestellt, die im skandinavischen Raum eine hohe Bekanntheit hat und bei psychosomatischen oder chronischen muskuloskelettalen Erkrankungen eingesetzt wird. Das Besondere an NPMP ist das Bewusstsein für die Wechselwirkungen zwischen Muskelspannung, Atem und Emotionen, welche oft zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Beschwerden beitragen. Der Vortrag beleuchtet diese Wechselwirkungen und zeigt auf, wie sie in der physiotherapeutischen Praxis integriert werden können. Ausserdem wird die aktuelle wissenschaftliche Evidenz zur NPMP zusammengefasst. In der anschliessenden Diskussion soll ein Austausch darüber entstehen, wie Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten im klinischen Alltag Menschen mit chronischen Erkrankungen der Psyche und/oder des Körpers begegnen, diese ganzheitlich wahrnehmen und ihre Ressourcen stärken können.
Raum
Hongkong
Format Referate mit Diskussionsrunde

Die Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche im Zentrum

Tabea Amstad, Winterthur; Noémie Burger, Winterthur
12:45 – 13:30

Verbandspolitik 2.0

Sophie Hostettler, Biel
Raum
San Francisco
Format Inputreferate plus Podiumsdiskussion

Physioswiss, dein starker Verband für die Physiotherapeut:innen

Osman Bešić, Geschäftsführer Physioswiss

Podiumsdiskussion

Mirjam Stauffer, Präsidentin Physioswiss; Alfio Albasini, Bellinzona; Sophie Karoline Brandt, Bern; Dr. Florian Liberatore,

Präsidentin Physioswiss

Mirjam Stauffer

Mitglieder des Zentralvorstands

Alfio Albasini; Sophie Karoline Brandt; Dr. Florian Liberatore

13:30 – 14:45

Lunch​​​​

Austausch und Vernetzung

Während der Mittagspause bieten wir verschiedene kurze Sessions an, um den Austausch zwischen den eingeladenen Referent:innen und den Teilnehmenden zu fördern.
  • Meet the Expert
  • Speed Dating
  • Posterausstellung
Nutzen Sie diese Gelegenheit, um wertvolle Kontakte zu knüpfen und neue Impulse für Ihre berufliche Zukunft zu erhalten!
Format General
13:30 – 14:45

Meet the Expert

Sophie Karoline Brandt, Bern; Prof. Dr. Christoph Bauer, Vitznau; Spencer Rezek, Winterthur; Dr. Jens Bansi, Valens; Prof. Dr. Maya Zumstein-Shaha, Bern; Prof. Isabelle Peytremann Bridevaux, Lausanne
In dieser Session haben Teilnehmende die Möglichkeit, Referent:innen aus verschiedenen Fachbereichen persönlich zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen.
Raum
Foyer
Format General
13:30 – 14:45

Speed Dating

Cornelia Anne Barth, Bern; Dr. Clare Maguire, Basel; Tiziana Grillo, Winterthur; Jana Frangi, Zürich; Jill Vögelin, Bern
Dieses Format richtet sich besonders an Bachelorstudierende sowie junge Fachkolleg:innen, die ihre Karriereplanung besprechen möchten. Expert:innen aus den Bereichen MSc-Ausbildung, Forschung, Privatpraxen, Spitäler und weiteren Berufsfeldern geben wertvolle Einblicke und Ratschläge zu verschiedenen Karrierewegen.
Raum
Foyer
Format General
14:45 – 15:45

Entrustable Professional Activities (EPAs)

Prof. Dr. Irene König, Bern; Gaby Bähler, Bern
Kurzbeschrieb
Entrustable Professional Activities (EPAs) sind berufsspezifische Aktivitäten, die Studierenden gemäss ihrem individuellen Ausbildungsstand prospektiv anvertraut werden. Sie helfen, die Lücke zwischen erworbenen Kompetenzen und professionellem Handeln zu schließen.
Dieser Workshop bietet einen Einblick in das Konzept der EPAs. Nebst theoretischen Inputs erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, die Anwendung von EPAs zu erproben, um ein tieferes Verständnis für ihren Einsatz zu entwickeln. Der Workshop schließt mit der Vorstellung des aktuellen EPA-Projekts im Bachelorstudiengang Physiotherapie der Berner Fachhochschule.
Dieser Workshop richtet sich an Physiotherapeut:innen aus der Praxis und dem Hochschulumfeld, die an innovativen Ausbildungsansätzen interessiert sind und die Qualität der klinischen Ausbildung in der Physiotherapie verbessern möchten.
Raum
San Francisco
Format Workshop
Kurs Parallel Sessions

Ein Schlüsselkonzept für die Zukunft der klinischen Physiotherapieausbildung

Prof. Dr. Irene König, Bern; Dr. Helena Luginbühl, Bern; Stefan Zuber, Bern; Gaby Bähler, Bern
14:45 – 15:45

Der lange Weg zu einem neuen Tarif

Dominik Frey, Bern
Kurzbeschrieb
In dieser Session erhalten Sie einen umfassenden Überblick über das Vorgehen bei Tarifverhandlungen im Bereich des Krankenversicherungsgesetzes (KVG), einschliesslich der grundlegenden Aspekte, den gesetzlichen Rahmenbedingungen und der methodischen Herangehensweise. Zudem wird ein aktuelles Update zu den laufenden Tarifverhandlungen (Tarifstruktur- und Taxpunktwertverhandlungen) gegeben. In der anschließenden Podiumsdiskussion kommen verschiedene Perspektiven von Gästen aus der Verhandlungsdelegation der Tarifstrukturverhandlungen KVG zur Sprache. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit Expert:innen aus dem Bereich Tarifwesen auszutauschen und mitzudiskutieren.
Raum
Sydney
Format Referate mit Diskussionsrunde
Kurs Parallel Sessions

Update zum Stand der aktuellen Tarifverhandlungen KVG

Dominik Frey, Bern

Diskussionsrunde

Claudia Geser, Fachverantwortliche Tarife und Stv. Leiterin Tarife H+; Dr. Yvonne Zürcher, Projektleiterin Tarife und Stv. Bereichsleiterin Tarifpolitik Physioswiss; Andrea Bischof, Stv. Leiterin Tarifstrukturen & Amtstarife, prio.swiss
14:45 – 15:45

Environmental Physiotherapy

Dr. Eefje Luijckx, Bern
Kurzbeschrieb
Diese Session beleuchtet die Rolle der Physiotherapie im Kontext globaler Gesundheitsherausforderungen. Sie bietet Einblicke, wie physiotherapeutische Ansätze an Umweltfaktoren angepasst werden können, um Patient:innen und Gesellschaft in einem nachhaltigen und gesunden Lebensstil zu unterstützen. Im Fokus stehen praxisnahe Strategien, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Förderung eines gesundheitsorientierten Umgangs mit natürlichen Ressourcen. Zudem werden Beispiele präsentiert, wie in der Ausbildung von Physiotherapiestudierenden der Zusammenhang zwischen Umwelt und Gesundheit thematisiert werden kann. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Verknüpfung von Umwelt und Gesundheit zu stärken und konkrete Handlungsperspektiven aufzuzeigen.
Raum
Osaka
Format Referate mit Diskussionsrunde
Kurs Parallel Sessions

Environmental Physiotherapy – was eine Person bewirken kann

Dr. Eefje Luijckx, Bern; Dr. Anne Kelso, St. Gallen
Referatsdetails

Dieses Referat zeigt, wie ein virtueller Austausch genutzt werden kann, um internationale Physiotherapiestudierende zu vernetzen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Umweltbedingungen und deren Einfluss auf körperliche Aktivität zu diskutieren. Der Workshop erarbeitet Strategien zur Integration von Umweltthemen in der Praxis.

14:45 – 15:45

Das Potential von Outcome-Messungen

Dr. Nathanael Lutz, Bern
Kurzbeschrieb
Daten sind das neue Gold – sie bergen enormes Potenzial, um fundierte Entscheidungen zu treffen und kontinuierlich dazuzulernen. Doch bevor daraus Erkenntnisse gewonnen werden können, müssen relevante Daten erfasst werden. Standardisierte und routinemässige Outcome-Messungen bieten die Möglichkeit, die Effektivität von physiotherapeutischen Massnahmen gezielt zu analysieren, Optimierungspotenziale aufzudecken und nachhaltige Verbesserungen zu erzielen. In dieser Session erfahren Sie, wie datengetriebene Erkenntnisse helfen, strategische Ziele zu erreichen und die physiotherapeutische Qualität nachhaltig zu verbessern.
Raum
Rio
Format Referate mit Diskussionsrunde
Kurs Parallel Sessions

Relevante Assessments identifizieren: wichtige Aspekte bei der Auswahl

Prof. Dr. Markus Wirz, Winterthur
Referatsdetails

In der Physiotherapie gilt: Was man nicht messen kann, kann man nicht steuern. Klinische Assessments liefern objektive, valide Daten für Qualitätsverbesserung und evidenzbasierte Praxis. Standardisierte Datenerhebung ergänzt individuelle Behandlungsansätze, ohne starre Vorgaben zu setzen.

Assessments in der kardiopulmonalen Rehabilitation standardmässig einsetzen und aus den Daten lernen

Gilbert Büsching, Barmelweid

Von der Idee zur Realität: Einführung standardisierter Outcome-Messungen in der Praxis - Chancen und Herausforderungen  

Anna Lena Koch, Brugg
Referatsdetails

Wie lassen sich standardisierte Outcome-Messungen erfolgreich in der physiotherapeutischen Praxis etablieren? Dieses Referat gibt einen praxisnahen Einblick in den gesamten Prozess – von der ersten Auswahl verschiedener Assessments bis zur praktischen Umsetzung. Dabei werden Herausforderungen, erste Erfahrungen und Strategien vorgestellt, die den Transfer in den Praxisalltag erleichtern.

14:45 – 15:45

Smarter medicine: how smart are you

Dr. Emanuel Brunner, St. Gallen
Kurzbeschrieb
In der Session 'Smarter Medicine' wird beleuchtet, was Smarter Medicine ist und welche Kriterien erfüllt sein müssen, um Behandlungen auf diese Liste zu setzen. Es wird kritisch diskutiert, welche Behandlungen heutzutage trotz geringer Evidenz noch häufig durchgeführt werden, und weshalb das so ist. Ziel ist es, eine fundierte Entscheidungsgrundlage für eine evidenzbasierte und individuell patientenorientierte Therapie zu schaffen.
Raum
Mexico
Format Referate mit Diskussionsrunde

Warum weniger manchmal mehr ist

Caroline Bavaud, Bern
Referatsdetails

In diesem Referat wird aufgezeigt, warum Smarter Medicine auch in der Physiotherapie wichtig ist. Weniger kann oft mehr bedeuten: Statt routinemässiger Massnahmen braucht es kritisches Hinterfragen und individuell angepasste, evidenzbasierte Therapien – für weniger Überversorgung und mehr Nutzen für Patient:innen.

Diskussionsrunde

Caroline Bavaud, Bern; Dr. Monika Finger, Nottwil; Dr. Anke Langenfeld, Zurich
14:45 – 15:45

Réentraînement, éducation thérapeutique, transformation : réinventons la physiothérapie

Assoc. Prof. FH Simone Gafner, Leukerbad
Kurzbeschrieb
La physiothérapie reste encore largement ancrée dans des approches conçues pour des soins aigus — alors qu’ils ne représentent qu’environ 10 % de notre patientèle. Face à cela, 90 % de nos patient·e·s vivent avec des pathologies chroniques, souvent multiples. Il est temps de repenser notre rôle. Et si le réentraînement à l’effort et l’éducation thérapeutique du patient devenaient des piliers de notre pratique ? Cette session propose des pistes concrètes pour faire évoluer notre métier et répondre aux enjeux des maladies métaboliques.
Raum
Hongkong
Format Referate mit Diskussionsrunde

R2D2 : recul et rémission du diabète de type 2 – Accompagner les patient·e·s dans le changement et le reconditionnement à l’effort

Vanja Kistler, Morges
15:45 – 16:15

Pause

Format General
16:15 – 17:15

Abstract Präsentationen PS 1

Kurzbeschrieb
In dieser Session werden Beiträge aus Forschung, Lehre, Ausbildung sowie dem Praxisalltag der Kongressteilnehmenden vorgestellt. Das detaillierte Programm wird nach der Begutachtung der eingereichten Abstracts voraussichtlich Ende August 2025 veröffentlicht.
Raum
San Francisco
Format Abstract
FM1

Exploring Physical Activity and Fitness of Older Adults in Swiss Residential Care Facilities

Caroline Yvonne Tanner, St.Gallen
Abstract
C. Y. Tanner1, A. Schwarz1, S. Heinrich1, A. Kelso1 (1Departement Gesundheit, OST- Ostschweizer Fachhochschule, St.Gallen)

Background: Demographic changes in Switzerland present challenges for the healthcare system as older adults in residential care facilities (RCFs) often experience marked physical and cognitive decline, resulting in increased dependency and healthcare costs. Regular physical activity (PA) is crucial for maintaining function, reducing chronic disease impact, and supporting independence. Data on PA and fitness among older adults in Swiss RCFs are limited. This study aims to (a) gain insight into PA and fitness in this population and (b) identify factors associated with their PA behavior.

Methods: This exploratory analysis is based on baseline data from the ongoing pilot non-randomized, controlled study “Bliib fit – mach mit!” in RCFs. Wrist-worn accelerometers (GENEactiv) were used to quantify moderate to vigorous PA, light PA, step counts, and sedentary time in RCF residents, which wore the devices over a seven-day period. Standardized assessments included the Short Physical Performance Battery (SPPB), 2-Minute Walk Test (2MWT), handgrip strength (dynamometer), and clinical characteristics such as comorbidity (Charlson Comorbidity Index, CCI). Participants’ PA levels will be described and associations between fitness measures, CCI and PA examined.

Results: A total of 31 participants were enrolled (74% women; mean age 84 ± 8.3 years). The mean SPPB score was 6.7 ± 2.9. In the 2MWT, men covered a mean distance of 100.6 ± 29.9 meters, while women covered 96.4 ± 25.9 meters. Mean handgrip strength in men was 28.7 ± 6.4 kg (right) and 29.4 ± 6.4 kg (left); in women, 19.9 ± 4.2 kg (right) and 17.9 ± 4.3 kg (left). The average CCI was 5.6 ± 1.7. Findings on PA and associated factors will be reported in October 2025.

Conclusion: Residents of Swiss RCFs are predominantly of advanced age and exhibit significant functional impairments and comorbidities. The majority scored below established thresholds for mobility and handgrip strength, indicating elevated risks for falls and dependency. These findings underscore the need for interventions to promote PA and fitness in this population. Forthcoming analyses will identify factors influencing PA behavior among older adults in RCFs, which should be prioritized in the development of interventions to promote PA within this population.

FM2

IGPTR-A Hospital in Motion – Bewegung als Schlüsselressource im Akutspital

Joris Kirchberger, Basel
Abstract
J. Kirchberger1, C. Herger2 (1Direktion Pflege & MTT, Praxisentwickler, Universitätsspital Basel, Basel; 2Gruppenleiterin Therapien Akutstationär, Spitäler Schaffhausen, Schaffhausen)

Ausgangslage:
Hospitalisierte Patient*innen verbringen durchschnittlich über 90 % ihrer Aufenthaltsdauer im Liegen oder Sitzen – selbst ohne medizinische Kontraindikationen. Diese Inaktivität erhöht das Risiko für muskuloskelettale, kardiorespiratorische und funktionelle Komplikationen. Besonders bei älteren Menschen kann dies zur sogenannten hospital-associated disability (HAD) führen, mit langfristigen Einschränkungen im Alltag. Trotz der evidenzbasierten Bedeutung von Bewegung, fehlt es an systematischen Ansätzen zur Mobilitätsförderung im Akutspital. Hier setzt die Initiative Hospital in Motion (HiM) an.

Methode / Beschreibung des Vorgehens:
HiM verfolgt einen interprofessionellen und praxisnahen Ansatz zur strukturierten Bewegungsförderung im Spital. In Zusammenarbeit mit über 20 Institutionen wurden konkrete Werkzeuge entwickelt: u. a. standardisierte Mobilitätspläne, Edukationsmaterialien für Patient*innen und Health Professionals sowie eine begleitende Machbarkeitsstudie zur Aktivitätserfassung im klinischen Alltag. Ein zentrales Element ist der nationale Aktionstag „Bringt Bewegung ins Spital“, der seit 2024 jährlich durchgeführt wird.

Resultate:
Die Rückmeldungen der über 20 beteiligten Spitäler waren durchweg positiv. Der Aktionstag förderte nicht nur die Sensibilisierung der Belegschaft, sondern stärkte auch die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Physiotherapie, Pflege, Medizin und weiteren Berufsgruppen. Die Mobilitätspläne wurden breit eingesetzt, und das entwickelte Schulungsmaterial (Flyer, Poster, Videos) stiess auf grosse Akzeptanz.

Schlussfolgerung / Praxisrelevanz:
Hospital in Motion zeigt, dass Bewegungsförderung nicht ausschliesslich Aufgabe der Physiotherapie ist, sondern in den gesamten Spitalalltag integriert werden muss. Die interprofessionelle Umsetzung struktureller und edukativer Massnahmen fördert eine bewegungsfreundliche Spitalkultur. Der Erfolg der HiM-Initiative unterstreicht das Potenzial für einen langfristigen Kulturwandel hin zu einer aktiveren, ressourcenschonenden Patientenversorgung – Bewegung wird zur Behandlungsstrategie.

FM3

2025 update of the EULAR recommendations for physical activity with inflammatory arthritis and osteoarthritis

Anne-Kathrin Rausch, Winterthur
Abstract
A. K. Rausch1, T. Vliet Vlieland2, R. Ferreira3,4,5, R. Amarnani6, S. Battista7, D. Bayraktar8,9, V. Boyadzhieva10, N. Brodin11,12, A. Cox13, T. Davergne14, T. Duruöz15, B. Appel Esbensen16,17, C. Fongen18, K. P. Günther19, Y. Henrotin20, C. Juhl21, N. Kennedy22, U. Kiltz23,24, K. Knittle25, G. Metsios26, M. Nurmohamed27, V. Romero Pazos28, T. Swinnen29,30, T. Thomsen31,32,33, L. Warburton34, K. Niedermann35 (1Institut for Physiotherapy, Zurich University of Applied Sciences, School of Health Sciences, Winterthur; 2Rehabilitation and Physical Therapy, Leiden University Medical Center, Department of Orthopaedics, Leiden; 3Nursing Research, Innovation and Development Centre of Lisbon (CIDNUR), Nursing School of Lisbon (ESEL), Lisbon; 4Instituto de Saúde Ambiental (ISAMB), Faculdade de Medicina, Universidade de Lisboa, Lisbon; 5Rheumatology Departement, Unidade Local de Saúde de Coimbra, Coimbra; 6Sport and Exercise Medicine Department, Homerton University Hospital NHS Foundation Trust, London; 7School of Health and Society, Centre for Human Movement and Rehabilitation, University of Salford, Salford, Greater Manchester; 8Department of Physiotherapy and Rehabilitation, Faculty of Health Sciences, Izmir Katip Celebi University, Izmir; 9Arthritis Research Canada, British Columbia, Vancouver; 10University Hospital “St. Iv. Rilski” - Clinic of Rheumatology, Medical University Sofia, Sofia; 11Division of Physiotherapy, Karolinska Institutet, Department of Neurobiology, Care Sciences and Society, Huddinge; 12Department of Orthopaedics, Danderyd Hospital, Stockholm; 13Arthritis Research UK Centre for Epidemiology, University of Manchester, Manchester; 14Team METHODS, CRESS UMR1153, University of Paris Cité, Paris; 15PMR Department, Rheumatology Division, Marmara University, School of Medicine, Istanbul; 16Copenhagen Center for Arthritis Research, Center for Rheumatology and Spine Diseases, Centre for Head and Orthopaedics, Rigshospitalet, Glostrup; 17Faculty of Health and Medical Sciences, University of Copenhagen, Department of Clinical Medicine, Copenhagen; 18Center for Treatment of Rheumatic and Musculoskeletal Disease (REMEDY), Diakonhjemmet Hospital, Oslo; 19University Center of Orthopaedics and Traumatology, University Medicine at Technische Universität Dresden, Dresden; 20Department of physical activity and rehabilitation sciences, University of Liège, Liège; 21Herlev and Gentofte Hospital, University of Copenhagen, Copenhagen; 22Faculty of Education and Health Sciences and Health Research Institute, University of Limerick, School of Allied Health, Limerick; 23Rheumatologie, Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne; 24Rheumatololgie, Ruhr Universität, Bochum; 25, Faculty of Social Sciences, University of Helsinki, Department of Social Psychology, Helsinki; 26School of Physical Education, Sport Science and Dietetics, Department of Nutrition and Dietetics, University of Thessaly, Thessaly; 27Amsterdam Rheumatology and immunology Center, VU University Medical Center, Dept. of Rheumatology, Amsterdam; 28Patient Research Partner, Sociedad Espanola Rheumatologia, Madrid; 29Division of Rheumatology, University Hospitals Leuven, Leuven; 30Skeletal Biology and Engineering Research Center, KU Leuven, Department of Development and Regeneration, Leuven; 31Copenhagen Center for Arthritis Research, Center for Rheumatology and Spine Diseases, Rigshospitalet, Copenhagen; 32Center for Clinical Research and Prevention, Bispebjerg and Frederiksberg Hospital, Copenhagen; 33Faculty of Health and Medical Sciences, Department of Clinical Medicine, University of Medicine, Copenhagen; 34Primary Health Care Sciences, Keele University, Staffordshire; 35Institut for Physiotherapy, School of Health Sciences, ZHAW Zurich University of Applied Sciences, Winterthur)

Background: The 2018 European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR) recommendations for physical activity (PA) in people with inflammatory arthritis (IA), namely rheumatoid arthritis (RA) and spondyloarthritis (SpA), and hip and knee osteoarthritis (OA) were updated, as the World Health Organisation released updated guidelines for PA with emphasis on sedentary behavior in 2020 and moreover many new international studies in people with IA or OA have been published, including interventions targeting sedentary behavior reduction and interventions using technology and/or the combination of educational and behavioral strategies.

Objective: To perform a systematic literature review and update the 2018 EULAR recommendations for PA in people with IA and OA.              

Methods: The EULAR Standardised Operating Procedures for developing recommendations were followed. A multidisciplinary task force with 24 members from 17 countries was established. The TF agreed on updating strategies for the 13 research questions associated with the original four overarching principles and ten recommendations. Systematic literature searches were conducted for literature published from 1st April 2017 until 1st August 2024 to identify new evidence. The retrieved evidence was discussed, the recommendations were updated, quality indicators were defined, and research and educational agendas were developed. 

Results: The revised recommendations include three overarching principles and eleven recommendations on PA and sedentary behaviour. The mean level of agreement ranged from 9.0 to 9.8, the mean impact of recommendations was rated between 8.3 to 9.2, and the mean feasibility of implementation was rated somewhat lower between 7.2 to 8.5. The promotion of PA, including the reduction of sedentary behavior, should be an integral part of standard care throughout the course of the disease. The recommendations give orientation on how to integrate this principle into clinical care, considering a suitable prescription framework, individual resources, goals, possible delivery modes including digital technologies.

Conclusions: The updated EULAR recommendations for PA provide guidance in the development, conduct and evaluation of PA interventions and promotion in people with IA and OA. These recommendations should be implemented considering individual needs and national health systems.

FM4

CPAx: Neuer Standard zur Beurteilung körperlicher Funktion und Aktivität auf der Intensivstation

Sabrina Eggmann, Bern
Abstract
S. Eggmann1, M. Verra2, V. Stefanicki3, A. Kindler4, J. Schefold5, C. H. G. Bastiaenen6 (1Bern; 2Institut für Physiotherapie, Inselspital, Bern Universitätsspital, Bern; 3Physiotherapie, Schweizer Paraplegiker-Zentrum, Nottwil; 4Institut für Physiotherapie, Spital und Altersheim Belp, Belp; 5Klinik für Intensivmedizin, Inselspital, Bern Universitätsspital und Universität Bern, Bern; 6Department of Epidemiology, Research Line Functioning, Participation and Rehabilitation, Maastricht University, Maastricht)

Ausgangslage

Das Chelsea Critical Care Physical Assessment Tool (CPAx) ermöglicht eine frühzeitige und objektive Beurteilung der körperlichen Funktion und Aktivität sowie eine gezielte Rehabilitationsplanung bei kritisch kranken Patient*innen auf der Intensivstation. Ergebnisse aus Grossbritannien zeigen exzellente Gütekriterien, bislang fehlte jedoch eine valide, deutsche Version. Unzureichend untersucht waren ebenso die Validität bei Krankenhausaustritt und zur Prognostik. Ziele der Studie waren daher (1) die deutsche Übersetzung und kulturelle Adaption des CPAx, (2) die Untersuchung der Validität und Reliabilität der deutschen CPAx Version über drei relevante Zeitpunkte von Intensivstationseintritt bis Krankenhausentlassung sowie (3) die Beurteilung der prädiktiven Validität für eine Rückkehr nach Hause 90 Tage nach Intensivstationsentlassung.

Methode

Nach einer standardisierten Vorwärts-Rückwärts-Übersetzung einschließlich einer interprofessionellen Expertenrunde wurden die Gütekriterien des deutschen CPAx in einer prospektiven, longitudinalen, klinimetrischen Studie untersucht. Eingeschlossen wurden kritisch kranke Erwachsene (n=58) nach mindestens 72 Stunden mechanischer Beatmung. Die Validität wurde aufgrund a-priori definierter Hypothesen mit anderen Messinstrumenten und Endpunkten an mehreren Zeitpunkten (Studieneinschluss, Intensivstations- und Krankenhausentlassung, 90 Tage nach Intensivstationsaustritt) überprüft. Die Reliabilität wurde mittels Intraklassen-Korrelationskoeffizienten (ICC), Messfehler und Bland-Altman-Plots überprüft.

Resultate

Eine deutsche CPAx Version wurde konsensbasiert erstellt. Sie zeigte eine ausgezeichnete Validität (≥ 80 % der Hypothesen bestätigt) und eine hohe Interrater-Reliabilität (ICC > 0.8) über alle Erhebungszeitpunkte. Messfehler (± 2 Punkte), Boden- und Deckeneffekte (≤ 10%) waren gering. Der CPAx Score bei Intensivstationsentlassung hatte ausserdem eine gute Vorhersagekraft für eine Rückkehr nach Hause innerhalb 90 Tagen (AUROC = 0.778) sowie für den Entlassungsort aus dem Krankenhaus, jedoch nicht für die gesundheitsbezogene Lebensqualität.

Schlussfolgerung

Die deutsche CPAx Version ist ein valides und reliables Messinstrument zur Beurteilung der körperlichen Funktion und Aktivität bei kritisch kranken, mechanisch beatmeten Patient*innen auf der Intensivstation und im Krankenhaus. Es erlaubt eine Prognose für eine Rückkehr ins häusliche Umfeld und erleichtert somit die Einschätzung des Rehabilitationsbedarfs nach Intensivstationsentlassung. Damit stellt das CPAx einen neuen Standard für die physiotherapeutische Behandlung auf der Intensivstation dar. Weitere Studien sollten die praktische Implementierung im deutschsprachigen Raum und die Veränderungssensitivität des CPAx überprüfen.

FM5

Motivation Towards Exercise and 24-Hour Movement Behaviours in In-Patients with Depression

Chantal Eggenberger, St. Gallen
Abstract
C. Eggenberger1, J. Klostermeier1, N. Köppel2, E. de Bruin2 (1BSc Physiotherapie, OST Ostschweizerfachhochschule, St. Gallen; 2MOVE-IT, OST Ostschweizerfachhochschule, St. Gallen)

Objective:

Prior research has shown the role of physical actvity in depression is vital, and that autonomous motivation toward exercise is linked with higher self-reported physical activity in psychiatric in-patients. However, emerging evidence suggests that considering 24-hour movement behaviours—encompassing physical activity, sedentary behaviour, and sleep—may better support mental health. This study aimed to evaluate motivational regulation towards exercise and objectively measured 24-hour movement behaviours in in-patients with depression, and to explore their interrelationships.

Methods:

This cross sectional study included adult participants (18-65 years) with depressive symptoms (Beck Depression Inventory [BDI] >10) at intake into a psychiatric clinic in Switzerland. Exercise motivation was assessed using the Behavioural Regulation in Exercise Questionnaire-2 (BREQ-2). Movement behaviours were monitored over 6 days using wrist-worn accelerometers (GENEActiv). Descriptive statistics and Spearman correlations were used to examine associations between motivation types and movement variables.

Results:

29 participants (44.8% female, mean BDI 24.04, 8.74 Standard Deviation [SD]) were recruited. Participants averaged 162.5 minutes/day of moderate-to-vigorous physical activity (MVPA, 62.94min SD), overreaching physical activity guideline recommendations. However, sleep duration (382.2 minutes/night, 72.74min SD) and sleep efficiency (70.6%, 7.8% SD) were below recommended thresholds, and sedentary behaviour (679.2 minutes/day, 101.17min SD) was higher than recommended. Sedentary behaviour was negatively associated with both sleep efficiency (R= -0.398, p= 0.0336) and total sleep time (R= -0.347, p= 0.0659). Autonomous regulation (AR) and introjected regulation (IR) were positively correlated with MVPA, while amotivation (AM) showed a significant negative association (AR: R= 0.583, p= 0.001, IR: R= 0.502, p= 0.006, AM: R= -0.362, p= 0.0536). No significant associations were found between motivational regulation and sedentary time.

Conclusion:

Despite participants achieving recommended levels of physical activity, elevated sedentary time and suboptimal sleep parameters indicate that focusing solely on MVPA may overlook critical aspects of movement health. Further, these findings suggest that even introjected motivation may suffice to promote MVPA during psychiatric in-patient care, though sustainability post-discharge remains uncertain. An integrated 24-hour movement approach—addressing physical activity, sedentary behaviour, and sleep— and addressing motivation towards exercise may be needed for effectively promoting mental well-being, aligning with prior recommendations in this field.

16:15 – 17:15

Abstract Präsentationen PS 2

Kurzbeschrieb
In dieser Session werden Beiträge aus Forschung, Lehre, Ausbildung sowie dem Praxisalltag der Kongressteilnehmenden vorgestellt. Das detaillierte Programm wird nach der Begutachtung der eingereichten Abstracts voraussichtlich Ende August 2025 veröffentlicht.
Raum
Sydney
Format Abstract
FM6

La scoliose comme reflet d’une dysfonction crânienne : preuve par la mesure

Gabor Novak, 1 Rue Emile YUNG, 1205
Abstract
G. Novak1, G. Novak2, F. Gagliano3, G. Notin4, L. Journoud5, D. Bourdette5 (1MEDI-GROUPE, Genève; 2Physiothérapeute, ostéopathe, MEDI-GROUPE, 1 Rue Emile YUNG, 1205; 3Clinique du Parc, Lyon; 4; 5Proteor)

La scoliose comme reflet d’une dysfonction crânienne : preuve par la mesure

Situation initiale : La scoliose idiopathique de l’adolescent (SIA) demeure une pathologie à l’étiologie incertaine, souvent abordée sous des angles biomécaniques ou génétiques. Pourtant, certaines observations cliniques suggèrent une origine centrale, crânienne. Ce projet de recherche interdisciplinaire s’appuie sur le modèle DCPP (Dysfonctions Crâniennes, Posturales et Proprioceptives) et émet l’hypothèse que la SIA pourrait résulter d’une dysfonction de la synchondrose sphéno-basilaire (SSB), une synchondrose clé de la base du crâne. Il devient alors pertinent de reconsidérer les réactions posturales à travers cette lentille crânienne.

Méthode : Nous avons examiné un groupe de patients présentant une scoliose idiopathique à l’aide d’un scanner 3D (Structure Sensor) permettant une analyse fine de la morphologie crânienne. Les données ont été comparées aux radiographies vertébrales, afin d’identifier des corrélations entre les déformations du crâne et celles du rachis. L’analyse qualitative et quantitative portait sur les asymétries osseuses et tissulaires au niveau de la base crânienne.

Résultats : Dans 100 % des cas étudiés, une dysfonction marquée de la synchondrose sphéno-basilaire a été identifiée. Des angles inédits ont pu être mesurés, révélant des déviations spécifiques potentiellement responsables d’un déséquilibre dans l’axe postural global. Ces données suggèrent un lien fonctionnel direct entre les contraintes intracrâniennes et les courbures vertébrales observées.

Conclusion : La base du crâne apparaît comme un élément structurant de la posture, et potentiellement déclencheur de la scoliose idiopathique. Ces résultats invitent à une réinterprétation des réactions posturales : non plus comme des compensations locales, mais comme des réponses à une contrainte centrale, mesurable et peut-être traitable. L’intégration de cette vision crânio-posturale dans la pratique pourrait ouvrir de nouvelles voies en matière de diagnostic et de prise en charge de la SIA, à condition que nos mesures soient confirmées par d’autres études.

FM7

RESOLVE-Intervention bei chronischen Rückenschmerzen: Protokoll einer cluster-randomisierten Studie

MSc Silvia Careddu, Winterthur
Abstract
S. Careddu1, A. Stehrenberger1, T. Benz1, H. Luomajoki1, F. Pfeiffer1, J. Degenfellner1 (1Institut für Physiotherapie, ZHAW, Winterthur)

AUSGANGSLAGE:
Chronische unspezifische Rückenschmerzen zählen weltweit zu den führenden Ursachen für Beeinträchtigungen im Alltag und Konsultationen im Gesundheitssystem. Der RESOLVE-Ansatz kombiniert Schmerzedukation mit graduellem sensomotorischem Training und zielt auf die Modifikation zentraler Schmerzverarbeitungsprozesse ab. In einer australischen Wirksamkeitsstudie erzielte der RESOLVE-Ansatz im Vergleich zu einer Placebo-Kontrolle klinisch relevante Effekte. Die vorliegende Studie untersucht nun die Wirksamkeit der RESOLVE-Intervention unter Alltagsbedingungen im Rahmen einer Effektivitätsstudie im Vergleich zur gewöhnlichen Physiotherapie und im Kontext des Schweizer Gesundheitssystems.
Begleitend werden zwei Subprojekte durchgeführt: Eine fMRI-Substudie prüft neuronale Veränderungen bei einer Subgruppe der Studienteilnehmenden. Ein weiters, eingebettetes Subprojekt untersucht, ob und wie sich schmerzbezogene Konzepte von Patient:innen und Physiotherapeut:innen durch die Schmerzedukation bzw. durch die Schulung der Physiotherapeut:innen verändern.

METHODE:
In dieser multizentrischen, Assessor-verblindeten, cluster-randomisierten kontrollierten Studie wurden zwanzig Physiotherapiepraxen in der Deutschschweiz der Interventionsgruppe (RESOLVE) oder der Kontrollgruppe (gewöhnliche Physiotherapie) zugewiesen. Die Patient:innen aus beiden Gruppen erhalten 12 Einzelsitzungen innerhalb von 16 Wochen.
Eingeschlossen werden Patient:innen im Alter von 18–75 Jahren mit seit mindestens drei Monaten bestehenden unspezifischen Rückenschmerzen, einer Physiotherapieverordnung, ausreichenden Deutschkenntnissen, Internetzugang, einer unterstützenden Bezugsperson sowie einem Roland Morris Disability Questionnaire (RMDQ)-Score ≥ 7.
Die Datenerhebungen erfolgen zu Beginn sowie nach 18, 26 und 52 Wochen.
Die Interventionsgruppe erhält Schmerzedukation sowie sensorisches und motorisches Training, unterstützt durch eine webbasierte Lernplattform. Die Kontrollgruppe erhält gewöhnliche Physiotherapie; die Auswahl der Massnahmen erfolgt frei durch die behandelnden Physiotherapeut:innen.
Die fMRT-Substudie untersucht bei 40 Teilnehmenden BOLD-Aktivierungen im sensorimotorischen und posterior-parietalen Kortex während vibrotaktiler Stimulation sowie die funktionelle Konnektivität im Ruhemodus.
Das Subprojekt zu schmerzbezogenen Konzepten analysiert Veränderungen bei Patient:innen und Therapeut:innen über drei Zeitpunkte hinweg mittels Fragebögen und Interviews in Bezug auf Erwartung, Motivation, Selbstwirksamkeit und Behandlungserfolg.

RESULTATE
Primärer Endpunkt ist die durch Rückenschmerzen bedingte Beeinträchtigung nach 18 Wochen, gemessen mit dem RMDQ. Sekundäre Endpunkte umfassen Schmerzintensität, taktile Wahrnehmung, Bewegungskontrolle, funktionelle Einschränkungen, Medikamenteneinnahme, Arbeitsunfähigkeit, Therapieadhärenz, Lebensqualität, Schlafqualität, Selbstwirksamkeit, Zielerreichung, psychologische Faktoren, die Veränderung schmerzbezogener Konzepte bei Patient:innen und Physiotherapeut:innen sowie neuronale Veränderungen im sensorimotorischen und posterior-parietalen Kortex und der funktionellen Konnektivität. Weitere Analysen untersuchen die Erfahrungen der Patient:innen und Therapeut:innen mit der Intervention, die Identifikation von Subgruppen mit besonders hohem Nutzen, die Validierung verwendeter Messinstrumente sowie die Kosteneffektivität.

SCHLUSSFOLGERUNG & PRAXISRELEVANZ:
Die Studie liefert evidenzbasierte Erkenntnisse zur Wirksamkeit eines neuartigen physiotherapeutischen Ansatzes für Patient:innen mit chronischen unspezifischen Rückenschmerzen. Die Ergebnisse können zur Weiterentwicklung klinischer Leitlinien beitragen und eine differenzierte, praxisnahe Versorgung im Schweizer Gesundheitssystem unterstützen.

FM8

Supervised prehabilitation in patients scheduled for spinal surgery - a scoping review

Pascale Gränicher, Zürich / Maastricht
Abstract
P. Gränicher1,2, L. Reicherzer3, F. Wanivenhaus4, M. Farshad4, J. Spörri1,5, M. Wirz3, J. Scherr1 (1University Center for Prevention and Sports Medicine, Department of Orthopedics, Balgrist University Hospital, Zürich; 2Department of Epidemiology, CAPHRI School for Public Health and Primary Care, Maastricht University, Maastricht; 3Institute of Physiotherapy, Research and Development, ZHAW Zurich University of Applied Sciences, Winterthur; 4Department of Orthopedics, University Spine Center Zurich, Balgrist University Hospital, Zürich; 5Sports Medical Research Group, Department of Orthopedics, Balgrist University Hospital, Zürich)

Background context: Prehabilitation before spinal surgery may enhance patients' ability to withstand physical and mental stress during the perioperative period. It has the potential to reduce complications, accelerate recovery, and deliver sustainable, patient-relevant improvements. However, high-quality evidence remains limited, and it is unclear which prehabilitation concepts, training protocols, and outcomes are most effective for different patient groups.

Purpose: To evaluate the current state of research on preoperative interventions before spinal surgery, including the representation of subgroups, types of surgical procedures, and prehabilitation concepts. Additionally, it examines the outcomes analyzed and the methodologies employed in existing studies.

Study design: Scoping review based on a systematic literature search.

Methods: A comprehensive database search in MEDLINE/PubMed, EMBASE (Ovid), CINAHL (EBSCO), Cochrane Library, Physiotherapy Evidence Database, Web of Science and Scopus was conducted. Exercise- and/or education-based prehabilitation concepts were identified, and findings were clustered and summarized according to PRISMA reporting standards.

Results: Thirty-six reports from 23 studies (50% RCTs), evaluating prehabilitation programs in terms of feasibility, experiences, and effects on physical performance, self-reported function, pain, psychological outcomes and health-economic factors were included. These studies encompassed 2,964 participants scheduled for spinal surgery and reported a wide range of preoperative interventions, settings, and adherence rates. Prehabilitation focused primarily on education (87%) and exercise (35%), either independently or in combination. Most authors have concluded that preoperative interventions benefit patients awaiting spinal surgery, particularly by improving self-reported function, disability, and pain in both the short and long term. However, the findings also highlight the variability in outcomes, strengths, limitations, and recommendations across studies. Notably, 76% of the authors advocated for preoperative preparation, emphasizing the importance of structured, personalized programs and the need for further large-scale clinical trials.

Conclusion: Based on the current evidence, preparation for spinal surgery is recommended, provided that it is individualized, multimodal, and interdisciplinary, and addresses patients' specific impairments, resources, and expectations. Future research should focus on identifying subgroups defined by biopsychosocial risk factors that may influence short- and long-term perioperative outcomes.

FM9

Exploring Multidimensional Trajectories in Low Back Pain: Protocol for a Longitudinal Cohort Study

Arlene von Aesch, Bern
Abstract
A. von Aesch1, A. Cerrito1, L. Mourot2,3, N. Brouwer1, P. Schweinhardt4, M. Meier4, A. Kongsted5, L. Raileanu2, G. Christe6, S. Schmid1 (1Department of Health Professions, Bern University of Applied Sciences, Bern; 2HEIG-VD, High School of Engineering and Management of the Canton of Vaud, Yverdon-les-Bains; 3HESAV School of Health Sciences, HES-SO University of Applied Sciences and Arts Western Switzerland, Lausanne; 4Department of Chiropractic Medicine, Balgrist University Hospital, University of Zurich, Zurich; 5Department of Sports Science and Clinical Biomechanics, University of Southern Denmark, Odense; 6Department of Physiotherapy, HESAV School of Health Sciences, HES-SO University of Applied Sciences and Arts Western Switzerland, Lausanne)

Background

Low back pain (LBP) is one of the most commonly reported physical complaints in Switzerland and results in a significant personal and financial burden. Although contributors to LBP are known to be multidimensional, encompassing social, psychological, and biophysical factors, there is limited understanding of how motor behaviour interacts with other factors and influences the course of LBP. Identifying specific LBP progression trajectories and their interactions is crucial for improving and individualising treatment.

Objective: To identify temporal trajectories of motor behaviour and investigate their interrelations with trajectories of other factors (e.g., psychological factors, disability, and pain intensity) in adults with acute and chronic LBP.

Methods

A prospective longitudinal cohort study will be conducted. Up to 300 acute (LBP ≤3 months) and 300 chronic (LBP >3 months) LBP patients over the age of 18 will be recruited in Switzerland. Key constructs to be assessed are LBP intensity, spinal motor behaviour (e.g., movement duration, amplitude, and velocity), physical activity, self-reported disability, and psychological factors (e.g., fear beliefs, pain catastrophising, self-efficacy, and stress). All these parameters will be recorded weekly by participants themselves, using a custom app on their smartphone and a wrist-worn physical activity tracker (Garmin Vivosmart 5). Spinal motor behaviour will be recorded by participants holding their smartphone on their chest while performing movement tasks. For statistical analysis Latent Class Linear Mixed Models (LCLMM) will be used, with both univariate and multivariate analyses applied, to identify LBP classes and investigate the relationships between the multidimensional parameters.

Expected results

We expect to identify distinct temporal trajectory subgroups for motor behaviour parameters, and to gain insight into potential (including causal) interrelations with pain, disability, and psychological factors. Specific baseline characteristics (e.g., high pain intensity or low self-efficacy) are expected to be associated with more negative trajectories.

Significance

This project will substantially contribute to a better understanding of the role of motor behaviour in the progression and remission of LBP. The findings will advance current treatment approaches, including better individualisation, and improve the health and wellbeing of people with LBP in Switzerland and worldwide.

FM10

From Acute Onset to Persistence: Trajectories and Biopsychosocial Factors in LBP

Fabian Pfeiffer, Winterthur
Abstract
F. Pfeiffer1, H. Luomajoki2, A. Meichtry3, S. Hotz Boendermaker2 (1Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Winterthur; 2Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Departement Gesundheit, Institut für Physiotherapie, Winterthur; 3Berner Fachhochschule (BFH), Gesundheit, Bern)

Background and Aim
Low back pain (LBP) is a leading cause of disability worldwide, often persisting and impacting individuals’ lives despite its classification as an acute condition. This research project aimed to investigate the course of acute LBP, focusing on pain trajectories, time-varying biopsychosocial factors, and potential markers such as tactile acuity and activity-related behaviours. The objective was to provide a comprehensive understanding of acute LBP beyond traditional, time-based classifications.

Methods
This community-based inception cohort study included participants with acute LBP (less than four weeks in duration), followed over one year with assessments at five intervals. Pain trajectories were identified using latent class linear mixed modelling (LCMM), while linear mixed-effects models and lagged analyses explored associations with biopsychosocial factors. Additional analyses examined persistence versus avoidance behaviours and the role of tactile acuity on LBP outcomes.

Results
Four distinct pain trajectories were identified, revealing that acute LBP frequently follows fluctuating or persistent courses rather than resolving spontaneously. Higher baseline pain intensity and previous LBP episodes were associated with unfavourable trajectories, while psychological variables showed limited, inconsistent associations. Persistence behaviours, particularly under high state anxiety, correlated with worsened pain intensity, emphasizing the need to assess activity-related behaviours early. Tactile acuity showed no predictive value for long-term pain or disability outcomes.

Conclusions
The findings challenge conventional acute versus chronic LBP classifications, advocating for a dynamic, trajectory-based approach that incorporates both time-varying biopsychosocial factors and specific behaviours. These insights support more personalized LBP management strategies, recognizing the complex, evolving nature of the condition and paving the way for future research on targeted interventions.

16:15 – 17:15

Abstract Präsentationen PS 3

Kurzbeschrieb
In dieser Session werden Beiträge aus Forschung, Lehre, Ausbildung sowie dem Praxisalltag der Kongressteilnehmenden vorgestellt. Das detaillierte Programm wird nach der Begutachtung der eingereichten Abstracts voraussichtlich Ende August 2025 veröffentlicht.
Raum
Osaka
Format Abstract
FM11

External validation of the EPOS prediction model for independent gait in a Swiss stroke unit setting 

Livia Vinzens, Winterthur / Bern
Abstract
L. Vinzens1,2, J. Veerbeek3, M. Betschart1,4 (1Institut für Therapien und Rehabilitation, Kantonsspital Winterthur, Winterthur; 2Departement Gesundheit, Physiotherapie, Berner Fachhochschule, Bern; 3Klinik für Neurologie und Neurorehabilitation, Luzerner Kantonsspital, Luzern; 4Ostschweizer Fachhochschule, Institut für Gesundheitswissenschaften, St. Gallen)

Background: Gait disorders affect most acute stroke survivors and are a major contributor to long-term disability. Accurate prognosis of gait recovery is crucial for guiding rehabilitation and supporting informed decision-making. The Early Prediction of functional Outcome after Stroke (EPOS) model, which predicts independent gait within six months, was previously externally validated in two small, homogenous samples of first-ever stroke patients without pre-stroke disability. This study aimed to externally validate the EPOS model in a heterogeneous stroke population as a step toward clinical implementation in Switzerland. 

Methods: A prospective longitudinal cohort study was conducted in two Swiss acute stroke units. Patients were eligible if they could not walk independently within 72 hours post-stroke, regardless of stroke characteristics or pre-stroke status. Sitting balance and paretic leg strength were assessed within the first 72 hours after stroke. Independent gait was evaluated at three months. Model performance was determined using multiple metrics.  

Results: Two hundred eighty patients were included (mean age 74 years, 58% male, median NIHSS 4). The model demonstrated acceptable overall fit (Brier score 0.14, 95% CI 0.11 – 0.18) and moderate discrimination (AUC-ROC 0.74, 95% CI 0.67 – 0.81). Gait recovery was slightly but significantly overestimated in the highest-probability group (98%) with adequate leg strength and sitting balance. Using a classification threshold of 0.5 – identifying only patients lacking both leg strength and sitting balance as unlikely to walk independently – the model achieved a sensitivity of 0.98 (95% CI 0.95 – 0.99), specificity of 0.32 (95% CI 0.21 – 0.45), and overall accuracy of 0.83 (95% CI 0.78 – 0.87).  

Conclusions: The EPOS model showed moderate predictive performance for regaining independent gait at three months when applied within the first 72 hours post-stroke in a heterogeneous cohort. For clinical use, a high-sensitivity threshold is recommended that classifies only patients lacking both sitting balance and hemiplegic leg strength as unlikely to become independent in gait, avoiding overlooking recovery potential. Further research is needed to evaluate the model’s impact on decision-making, patient outcomes, and healthcare resource use.  

FM12

Zwischen Fähigkeit und Fertigkeit: Triangulierte Perspektiven auf motorisches Gleichgewicht

Dr. Dr. Slavko Rogan, Bern
Abstract
S. Rogan1, M. Gruber2, L. Hauswirth3, N. Roth3, R. Hilfiker4 (1BFH, Bern; 2Sportwissenschaft, Human Performance Research Centre, Universität Konstanz, Konstanz; 3Departement Gesundheit, Berner Fachhochschule, Bern; 4Physiotherapie Tschopp & Hilfiker, Physiotherapie Tschopp & Hilfiker, Glis)

Ausgangslage

In der Rehabilitationsmedizin und Sturzprävention gilt Gleichgewicht oft als übergeordnete motorische Fähigkeit. Daraus folgt die Annahme, dass spezifisches Gleichgewichtstraining zu einer allgemeinen Verbesserung der posturalen Kontrolle führt. Aktuelle Forschungsergebnisse stellen diese Annahme jedoch in Frage und deuten darauf hin, dass Gleichgewicht kein einheitliches Konstrukt ist, sondern ein Zusammenspiel sensorischer, motorischer und kognitiver Prozesse, die situationsabhängig aktiviert werden. Dieses Forschungsprojekt möchte darstellen, ob Gleichgewicht eher als stabile personale Fähigkeit oder als durch Übung erworbene Fertigkeit zu verstehen ist, und beleuchtet die Implikationen für Training und Therapie.

 

Methode

Für die systematische Literaturübersicht wurden die Datenbanken CENTRAL, Embase, PubMed und SURF gezielt durchsucht. Die methodische Qualität der eingeschlossenen Studien wurde mithilfe des Bewertungsinstruments AMSTAR 2 beurteilt. Ergänzend dazu wurde eine Online-Umfrage an zehn physiotherapeutische Institutionen in der Schweiz sowie an die Hochschulen BFH und ZHAW versendet, um das praktische Verständnis von Gleichgewicht als Fähigkeit oder Fertigkeit zu erfassen.

 

Resultate

Aus 687 identifizierten Artikeln wurden 15 Artikel eingebunden, deren Qualität überwiegend als kritisch gering bewertet wurde. Positive Effekte auf das Gleichgewicht zeigten sich ausschließlich bei gezieltem Training. In der ergänzenden Umfrage mit 103 Physiotherapeut:innen bewerteten 22,3 % die Übertragbarkeit statischer auf dynamische Gleichgewichtsleistungen als hoch, 49,5 % als mittel. Zudem betrachteten 78,6 % das motorische Gleichgewicht als eine Ansammlung von Fertigkeiten, während 21,4 % es als übergeordnete motorische Fähigkeit einordneten.

 

Schlussfolgerung, inkl. Praxisrelevanz

Gleichgewicht lässt sich in statische und dynamische Bedingungen differenzieren und stellt keine generalisierbare Fähigkeit dar. Die Leistung in einer Gleichgewichtssituation ist nicht ohne Weiteres auf andere Kontexte übertragbar, sondern spiegelt vielmehr eine spezifische, situationsabhängige Fertigkeit wider.

Gleichgewichtstraining führt vor allem zu Verbesserungen in den spezifisch geübten Aufgaben, während in nicht trainierten Situationen kaum Übertragseffekte beobachtet werden. Sensomotorische Trainingsprogramme sollten daher gezielt auf die neuromuskulären Anforderungen der Zielaufgabe abgestimmt sein. Unabhängig vom Alter zeigen sich bereits nach kurzer Trainingsdauer deutliche Verbesserungen in der geübten Gleichgewichtsaufgabe, was auf schnelle, aufgabenspezifische Trainingseffekte des Gleichgewichtstrainings hinweist.

Die Mehrheit der Physiotherapeut:innen betrachtet Gleichgewicht als eine Sammlung kontextabhängiger Fertigkeiten. Für eine wirksame Therapie sollten Gleichgewichtseinschränkungen differenziert erfasst sowie aufgabenspezifisch getestet und behandelt werden, um individualisierte und effektive Interventionen zu ermöglichen.

FM13

Zusammenhang zwischen subjektiv beurteilter und objektiv getesteter Gang-bezogener Funktionsmessung

Thomas Benz, Bad Zurzach / Winterthur
Abstract
T. Benz1,2, S. Lehmann2, P. Sandor2, F. Angst2 (1Institut für Physiotherapie, Departement Gesundheit, ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Winterthur; 2Forschungsabteilung, Rehaklinik Bad Zurzach, ZURZACH Care Group, Bad Zurzach)

Ausgangslage inkl. Forschungsfrage/Wissenslücke/Handlungsbedarf

Der Zusammenhang zwischen subjektiv beurteilter und objektiv getesteter körperlicher Funktion wurde bis anhin in einzelnen Populationen untersucht. Ziel dieser Studie ist der Vergleich des Zusammenhanges zwischen selbstbeurteilten Fragebögen und getesteten Assessments von mobilitätsbezogenen körperlichen Funktionen bei sechs Populationen mit unterschiedlichen Diagnosen.

Methode / Beschreibung des Vorgehens

Sechs longitudinale Studienkohorten vor und nach stationärer Rehabilitation wurden verglichen: Patient:innen mit Schleudertrauma-assoziierten Beschwerden (n=71), mit lumbalen Rückenschmerzen (n=121), mit Fibromyalgie (n=84), mit Lipödem (n=27), mit Lymphödem (n=78) und mit post-akutem Koronarsyndrom (n=64). Die mobilitätsbezogenen körperlichen Funktionen wurden mit der SF-36-Skala Körperliche Funktionsfähigkeit (SF-36-KF) und dem 6-Minuten-Gehtest (6MWD) gemessen und durch Korrelationskoeffizienten bewertet. Die Beziehung der sechs Kohorten wurde durch das Verhältnis der beiden Scores verglichen.

Resultate

Die Korrelationen zwischen den beiden Scores vor der Rehabilitation waren meist moderat bis stark (bis zu r = 0,791) und für die Veränderungen bis zur Austrittsmessung nach der Rehabilitation schwach bis moderat (bis zu r = 0,408). Die Verhältnisse von SF-36-KF zu 6MWD lagen vor Rehabilitation bei 1,143 – 1,590 und für die Veränderungen bei 0,930 – 3,310 und hingen von Schmerz und psychischer Gesundheit ab.

Schlussfolgerung, inkl. Praxisrelevanz

Es wurden moderate bis starke Querschnitts- und moderate bis schwache Längsschnittkorrelationen zwischen dem «objektiven» 6MWD und der «subjektiven» SF-36-Skala gefunden. Dies war aufgrund der Überschneidung der beiden Konstrukte zu erwarten. Die Unterschiede zwischen den Kohorten wurden durch Schmerzen und psychische Gesundheit beeinflusst. Die Verhältnisse des 6MWD zur SF-36 Körperliche Funktionsfähigkeit war abhängig von den Schmerzen und der psychischen Gesundheit; geringere Schmerzintensität und bessere psychische Gesundheit führten zu einer optimistischeren selbst eingeschätzten Gehfähigkeit.

Schmerz und psychische Gesundheit sollten bei der Interpretation der körperlichen Funktion berücksichtigt werden. Basierend auf diesen Ergebnissen ist eine der zwei Messungen ausreichend für die Beurteilung der körperlichen Funktion, aber für eine umfassende Beurteilung in der klinischen Praxis und Forschung wird die Kombination aus selbstbewerteten, subjektiven und getesteten, objektiven körperlichen Funktionsmessungen empfohlen.

FM14

Dominant vs non-dominant leg performance in static and dynamic balance in individuals aged 40+

Sarina Seitz, Rheinfelden / Magden
Abstract
S. Noëmi1,2, S. Seitz2,3, L. Sailer2,4, L. Bachmann2,5, F. Behrendt2,6, C. Schuster2,5,6 (1Department of Health Sciences and Technology, ETH Zurich, Zurich; 2Research Department, Reha Rheinfelden, Rheinfelden; 3Physiotherapy, Physio Werk 19 GmbH, Magden; 4Department of Health, Zurich University of Applied Sciences (ZHAW), Winterthur; 5Department for Sport, Exercise and Health, University of Basel, Basel; 6School of Engineering and Computer Science, Bern University of Applied Sciences, Biel)

Introduction: Falls represent a global public health concern and are the second leading cause of unintentional injury deaths. Maintaining postural stability is key to reducing fall risk, particularly among older adults, as balance generally declines with age. Our study aimed to establish normative data by investigating whether static and dynamic balance performance differs between the dominant and non-dominant legs in healthy adults aged 40 and older. Additionally, the study examined whether balance asymmetries are influenced by age, sex, or physical activity level.

Methods: Participants completed assessments of static and dynamic balance in a single session. Dynamic balance was measured using the Y Balance Test (YBT), while static balance was assessed using force plates to capture center of pressure (CoP) parameters during both single leg and double leg stances. Limb Symmetry Index (LSI) values and absolute interlimb differences were calculated, and multivariate models were used to explore associations with demographic and activity-related variables.

Results: So far, 45 participants (32 females, 13 males; mean age: 58.5 ± 8.8 years) were included. The mean LSI values for the YBT were close to 100 %, indicating high symmetry between legs. Additionally, the ANOVA for the difference in static balance performance revealed no significant main effect of leg dominance (F(1, 43) =0.29, p=0.595). Furthermore, no significant effects of gender, age, or physical activity level on balance asymmetry – in either dynamic or static measures – were found. No significant correlation between dynamic and static balance asymmetry was found.

Discussion: These findings suggest that healthy adults over 40 demonstrate symmetrical balance performance, regardless of age, gender, or physical activity level. The lack of correlation between static and dynamic balance asymmetry emphasizes the importance of assessing these two domains separately. While the small sample size limits generalizability, this study provides relevant normative data for this population.

Conclusion: Our results contribute to the limited normative dataset on balance performance in adults aged 40 and older and support the interpretation that meaningful asymmetry may serve as a potential marker of neuromuscular dysfunction or balance impairment. Data collection is ongoing to increase the participants’ mean age to 70 years or older.

FM15

Persistent Postural-Perceptual Dizziness (PPPD)

PD Dr. phil. Corina Schuster-Amft, Rheinfelden / Biel / Basel
Abstract
S. Chételat1,2, E. Y. Gerber1, S. El Khadlaoui3, F. Behrendt1,4, M. Stark1,2, S. Schädler5, M. Maywald6, L. Fabritius3, J. Gerb3,7, D. Grabova3, W. Trost1, A. Zwergal3,7, R. Strobl8, K. Parmar1,9, H. U. Gerth1,10, L. H. Bonati1,11,12, C. Schuster-Amft1,4,13 (1Research Department, Reha Rheinfelden, Rheinfelden; 2Institute of Physiotherapy, Zurich University of Applied Sciences, Winterthur; 3German Center for Vertigo and Balance Disorders, University Hospital LMU Munich, Munich; 4School of Engineering and Computer Science, Bern University of Applied Sciences, Biel; 5Physiotherapy, Stefan Schädler, Suniswald; 6Department of Psychiatry and Psychotherapy, University Hospital LMU Munich, Munich; 7Department of Neurology, University Hospital LMU Munich, Munich; 8Institute for Medical Information Processing, Biometry, and Epidemiology, LMU Munich, Munich; 9Departments of Head, Spine and Neuromedicine and Biomedical Engineering, Translational Imaging in Neurology (ThINk) Basel, University Hospital Basel and University of Basel, Basel; 10Department of Medicine, University Hospital Münster, Münster; 11Department of Neurology, Stroke Center, University Hospital Basel, Basel; 12Department of Clinical Research, University of Basel, Basel; 13Department of Sport, Exercise and Health, University of Basel, Basel)

Background: Persistent Postural-Perceptual Dizziness (PPPD) is a frequent chronic functional disorder that manifests with dizziness, unsteadiness, non-spinning vertigo present for at least 3 months. Characteristic provocation factors are moving or complex visual stimuli and exclusion of organic diseases. The study's aim was to evaluate the concurrent construct validity and reliability [including test-retest reliability, iernal consistency, standard error of measurement (SEM), and minimal detectable change (MDC)] of the German version of the NPQ (12 items) and its revised version, NPQ-R, containing 19 items addressing additional symptoms and symptom behavior.

Methods: The Swiss Reha Rheinfelden and the German Center for Vertigo and Balance Disorders included 265 PPPD patients (mean age 50.2 ± 16.8 years, disease duration 46.3 ± 76.6 months). Patients completed the NPQ and the NPQ-R (twice), the DHI and potentially related constructs: anxiety (ABC-Scale, VSS), depression (HADS), and general health (SF-36) once. To assess the questionnaires' reliability and validity, statistical analyses included: the Spearman's rank correlation coefficients, Intraclass Correlation Coefficients (ICC2, 1), Cronbach's alpha, SEM, and MDC.

Results: On average, patients scored 29.9 ± 13.2 for NPQ and 52.3 ± 19.6 for NPQ-R. Correlations between NPQ/NPQ-R and (1) disease-specific questionnaires were rs= 0.712 and rs= 0.752 (DHI), rs=0.426 and rs= 0.0.462 (VSS-V), rs= -0.500 and rs= -0.545 (ABC-Scale), (2) anxiety-specific subscales rs = 0.394 and rs = 0.430 (VSS-A) and rs= 0.354 and rs= 0.430 (HADS-A), (3) depression-related subscales rs=0.438 and rs= 0.487 (HADS-D), and (4) general health rs ranged between rs= -0.216 and −0.578 (all SF-36 subscales). Internal consistency, test-retest reliability, SEM and MDC calculated for NPQ/NPQ-R weere α = 0.88/α = 0.91, ICC=0.83 (CI 0.77 to 0.0.87), SEM 5.55/8.37, and MDC 15/23 points.

Conclusion: The German versions of NPQ and NPQ-R are valid and reliable patient-reported outcome measures for assessing PPPD, demonstrating satisfactory psychometric measurement properties including convergent construct validity and reliability parameters: internal consistency, test-retest reliability, SEM, and MDC as an evaluative measure. The NPQ-R, with its additional subscales addressing associated symptoms and symptom behavior, represents both the patient and clinician perspective on PPPD-specific problems. Therefore, we recommend utilizing the NPQ-R for a comprehensive assessment of PPPD.

16:15 – 17:15

Abstract Präsentationen PS 4

Kurzbeschrieb
In dieser Session werden Beiträge aus Forschung, Lehre, Ausbildung sowie dem Praxisalltag der Kongressteilnehmenden vorgestellt. Das detaillierte Programm wird nach der Begutachtung der eingereichten Abstracts voraussichtlich Ende August 2025 veröffentlicht.
Raum
Rio
Format Abstract
FM16

Pain-related fear affects lifting biomechanics differently in workers with and without lifting tasks

Christian Bangerter, Bern / Basel
Abstract
C. Bangerter1,2, O. Faude2, D. Weidinger1, A. A. Meichtry1, M. L. Meier3, C. C. Hasler4,5, S. Schmid1,5 (1Spinal Movement Biomechanics Group, Division of Physiotherapy, School of Health Professions, Bern University of Applied Sciences, Bern; 2Department of Sport, Exercise and Health, University of Basel, Basel; 3Integrative Spinal Research, Department of Chiropractic Medicine, Balgrist University Hospital, University of Zurich, Zurich; 4Orthopaedic Department, University Children’s Hospital of Basel, Basel; 5Faculty of Medicine, University of Basel, Basel)

Background:

Higher task-specific pain-related fear has been associated with reduced lumbar spine motion during lightweight object lifting in both individuals with chronic low back pain (LBP) and healthy individuals. These findings suggest the adoption of protective movement strategies that may have adverse long-term consequences. However, it remains unclear whether such fear-related adaptations also occur in individuals who regularly lift heavy objects at work.

This study aimed to investigate whether the effect of task-specific pain-related fear on lifting kinematics differs between individuals with (LIFTER) and without (NON-LIFTER) occupations involving repetitive lifting, and to quantify how this effect depends on object weight, movement task (lifting or lowering), and LBP history.

Methods:

A total of 156 healthy individuals (76 LIFTER, 80 NON-LIFTER) provided information on previous LBP episodes, completed pain-related fear questionnaires, and lifted and lowered 5-kg and 15-kg boxes. Lumbar spine range of motion (ROM) was measured using a strain gauge-based system, while whole-body lifting strategy was assessed from video recordings. Task-specific pain-related fear was quantified using item 3 of the Photograph Series of Daily Activities – Short electronic Version (PHODA-lift). To evaluate the effect of task-specific pain-related fear on lifting kinematics, linear mixed models were fitted.

Results:

Median PHODA-lift scores were 80 for LIFTER and 60 for NON-LIFTER. Linear mixed models revealed that the effect of task-specific pain-related fear on lumbar spine ROM significantly differed between group (NON-LIFTER vs. LIFTER: -0.087, p = 0.039), weight (5 kg vs. 15 kg: 0.026, p = 0.006), and task (lifting vs. lowering: 0.059, p = 0.001), but not LBP history (No LBP vs. LBP: -0.005, p = 0.897). No significant effects were observed for whole-body lifting strategy.

Conclusion:

Higher task-specific pain-related fear was associated with reduced lumbar spine ROM in NON-LIFTER but not in LIFTER, suggesting that occupational lifting experience modulates the expression of fear-related movement adaptations. These protective strategies were more evident during lowering heavier loads, likely indicating higher perceived threat. The elevated PHODA-lift scores in LIFTER suggest a strong belief that lifting with a flexed spine is dangerous, potentially learned and reinforced through manual handling training.

FM17

Reduced pain and improved well-being following a virtual movement intervention for office workers

Dr. Andrea Martina Aegerter, Luzern / Bern / Winterthur
Abstract
A. M. Aegerter1,2,3, C. Schneider1, M. Melloh2, A. Elfering1 (1Institut für Psychologie, Universität Bern, Bern; 2Departement Gesundheit, ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Winterthur; 3Universitäres Forschungszentrum Gesundheit und Gesellschaft, Universität Luzern, Luzern)

Background: In 2022, the on-site multi-component intervention of the "Neck Exercise for Productivity (NEXpro)" project successfully improved well-being and reduced neck pain among office workers. There is a need to adapt such interventions for virtual and remote work. The aim of the study was to develop and evaluate a virtual version of the NEXpro intervention – a brief virtual movement intervention designed to improve well-being and reduce musculoskeletal pain.

Methods: This observational study ran from October to December 2022. We enrolled 22 employees from the University of Bern, Switzerland, without severe neck pain. Participants followed a 6-week movement program using a smartphone application, including 10 exercises to strengthen neck and back muscles. During the intervention, participants completed electronic diary forms documenting self-reported neck and back pain (NRS from 0=no pain to 10=maximum pain), muscle and joint flexibility (NRS from 0=poor to 10=excellent), and physical and mental well-being (each on a NRS from 0=poor to 10=excellent). Adherence was tracked by recording the number of training sessions. Multilevel regression analyses were performed for all outcomes, including neck pain, back pain, flexibility of muscles and joints, physical well-being, and mental well-being.

Results: Data from 22 participants (mean age: 33.36 years, 90.90% female) yielded 392 diary reports. The most frequent pain areas were the neck (90.90%), shoulders (81.80%), upper back (72.70%), and lower back (68.20%). Participants averaged 1.45 training sessions per week. There was a strong correlation between back and neck pain intensity (r=0.69, p<.001). Multilevel regression analyses showed significant improvements in neck pain (B=-0.02), back pain (B=-0.03), muscle flexibility (B=0.02), physical well-being (B=0.04), and mental well-being (B=0.03, all p-values<.01). Participants with more severe back pain completed more training sessions (B=0.11, p<.05).

Conclusion: A smartphone application may effectively serve as a brief movement intervention to reduce musculoskeletal pain and improve well-being among office workers. The reduction in neck pain was comparable to the on-site NEXpro intervention, though adherence was about half that of the original study. These findings emphasise the need for further refinement of the virtual intervention to enhance adherence and maximise its benefits for alleviating musculoskeletal pain and improving well-being among office workers.

FM18

Family Outcome Early Intervention - die Familienperspektive in der pädiatrischen Frühintervention

Schirin Akhbari Ziegler, Winterthur
Abstract
S. Akhbari Ziegler1, S. Grylka2, C. Schulze3, I. Widmer2 (1Winterthur; 2ZHAW, Institut für Hebammenwissenschaften und reproduktive Gesundheit, Winterthur; 3ZHAW, Institut für Ergotherapie, Winterthur)

Ausgangslage /Handlungsbedarf

Familienzentrierte Praxis, ein Vorgehen, bei dem sich die Intervention an die ganze Familie richtet, gilt heute in pädiatrischen Frühintervention als „state of the art“. Die Intervention richtet sich an Familien mit Säuglingen oder Kleinkindern mit einer manifesten Entwicklungsbeeinträchtigung oder einem Risiko dazu (z.B. frühgeborene Kinder, Kinder mit einer cerebralen Bewegungsstörung). Ziel der familienzentrierten Praxis ist nicht nur die optimale Entwicklung des Kindes, sondern auch das Wohlergehen der ganzen Familie, insbesondere der Eltern und Geschwister.

Um familienzentrierte Frühintervention im Sinne der „Evidence Based Practice” anbieten zu können, ist das Erfassen der Familienperspektive unerlässlich. Studien haben gezeigt, dass eine qualitativ hochstehende familienzentrierte Frühintervention dazu führt, dass Familienmitglieder ihre Alltagssituation besser meistern, Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen erleben und sich ihr Wohlbefinden erhöht. Dies sind wichtige Voraussetzungen für die Gesundheit der ganzen Familie.

Das Erleben und die Sichtweise der Familien werden bisher nicht systematisch erfasst. Dies ist jedoch gerade im Hinblick auf eine evidenzbasierte Verbesserung der Qualität der familienzentrierte Frühintervention wichtig. Das Projekt schliesst die Lücke des fehlenden Messinstruments. Ein Fragebogen, der die Perspektive der Familie in zwei Konstrukten: 1) Erleben der Intervention, 2) Auswirkung der Intervention erfassen soll, soll entwickelt werden.

Methode

Der Fragebogen wurde basierend auf wissenschaftlichen Kriterien entwickelt. Dazu gehörten folgende Schritte: 1) Entwicklung Entwurf Fragebogen (Definition Konstrukte, Literatursuche, Itementwicklung und Itemselektion mit zwei Gruppen von Expert:innen, 2) Think-aloud Interviews mit Eltern, 3) Adaptation Entwurf, 4) Feldstudie mit adaptiertem Entwurf, 5) Statistische Analyse der Feldstudie, 6) Erstellung finale Version.

Resultate

Der Fragebogen ist mit 32 Fragen (16 pro Konstrukt) finalisiert.

Schlussfolgerung

Der Fragebogen ermöglicht es Physiotherapeut:innen, die im Bereich der pädiatrischen Frühintervention arbeiten, die Perspektive der Familie zu erfassen und die Erkenntnisse daraus in die Praxis umzusetzen. Dadurch soll die Qualität der familienzentrierten Frühintervention verbessert werden und folglich auch die Entwicklungsbedingungen der Kinder und die Lebensqualität der Familie. Der Fragebogen wird den Physiotherapeut:innen, kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

FM19

How do Swiss school children understand pain? An evaluation using the Concept of Pain Inventory

Helen Schwerdt, Luzern / Lausanne / Dublin
Abstract
H. Schwerdt1,2,3, G. Christe4, J. W. Pate5, C. Blake2, K. Smart2,6 (1HESAV School of Health Sciences, HES-SO University of Applied Sciences and Arts Western Switzerland, Lausanne; 2School of Public Health, Physiotherapy and Sport Science, University College Dublin, Dublin; 3Department of Rheumatology, Physiotherapy Lucerne Cantonal Hospital, Luzern; 4Physiotherapy, Haute École de Santé Vaud, Lausanne; 5Graduate School of Health, University of Technology Sydney, Sydney; 6UCD Centre for Translational Pain Research, University College Dublin, Dublin)

Background
Pain is a common experience in adolescence and can affect participation and quality of life. Adolescents’ knowledge and beliefs about pain influence their responses and coping strategies. Inaccurate beliefs, such as a lack of awareness of central nervous system processes may contribute to maladaptive pain behaviours. While pain science education (PSE) has shown promise in treatment settings, little is known about how pain-related knowledge and beliefs among school-aged adolescents in the general population align with contemporary pain science. This study aimed to evaluate adolescents’ knowledge and beliefs of pain in Central Switzerland.
Method
A cross-sectional online survey was conducted in five public schools in German-speaking Switzerland with adolescents aged 11–17 years. Adolescents’ knowledge and beliefs of pain was assessed using the Concept of Pain Inventory (COPI) (German version). The 14-items are rated on a 5-point Likert scale ranging from 0 (strongly disagree) to 4 (strongly agree), with total scores ranging from 0 to 56. Higher scores indicate greater alignment with current scientific understanding of pain. Exploratory analyses tested for differences in COPI scores between those adolescents with and without chronic pain and according to age. Data were analysed descriptively and inferentially.
Results
A total of 616 students completed the survey (response rate: 87.3%). The mean COPI score was 31.0 (SD = 8.8; range: 0–56). For 7 of the 14 items, more than 50% of students selected responses indicating disagreement or uncertainty (scores of 0–2, strongly disagree to unsure). The lowest-rated statement was “Learning about pain can help you feel less pain” (mode =2, unsure). The highest-rated statement was "If you do something you enjoy, you can feel less pain."(mode=3, agree). There was no significant difference in COPI scores between adolescents with chronic pain (26.1%) and those without (mean difference: 1.13; 95% CI: –0.34 to 2.59; p = 0.131). Scores increased with age: 29.9 for 11–14-year-olds and 33.5 for 15–17-year-olds (t = –4.89; p < 0.001; 95% CI: –4.96 to –2.12).
Conclusion and Implications
This study identified misconceptions and knowledge gaps in adolescents’ understanding of pain. Adolescents could benefit from structured, age-appropriate education informed by pain science.

FM20

Less to see, more to feel? Gait with reduced visual field and proprioception in children with UMN lesions

Petra Marsico, Affoltern am Albis
Abstract
P. Marsico1, L. Meier1, A. Buchmann1, A. Kläy1, H. van Hedel1 (1Kinder-Reha Schweiz, Universitätskinderspital Zürich, Affoltern am Albis)

Introduction: Dynamic movement control during walking relies on vision and the somatosensory system. It is known that proprioception can be impaired in children with upper motor neuron (UMN) lesions, but it is unclear to what extent it affects motor function. Therefore, we investigated the relationship between lower limb proprioception and differences in speed and stride length when walking with normal vision and a reduced visual field in typically developing children (TDC) and children with UMN lesions.

Participants and Methods: Forty-one children with UMN lesions and 49 TDC, aged 5 to 19 years, completed lower limb proprioception tests and the 10-metre walk test (10MWT) with normal vision and wearing adapted goggles that obstructed their lower visual field. We divided the walking time and step length performed with reduced vision by the normal vision values and expressed this as a percentage. We compared these percentages between the groups and calculated Spearman correlations (ρ) with the proprioception tests.

Results: Children with UMN lesions were significantly (p<0.001) more affected by reducing the visual field than TDC. Correlations between proprioceptive function and the percentages for time and step length were fair for the whole group (ρ = 0.27–0.37), poor to fair for children with UMN (ρ = 0.07–0.32), and poor for the control group (ρ = 0.03–0.18). 

Conclusion: Visual restriction affected gait speed and stride length significantly stronger in children with UMN lesions. Poor to fair relationships with proprioception show that individual factors influence gait parameters, especially in children with UMN lesions.

Clinical relevance: People with lived experience are interested in how they perceive the movement and position of their limbs. In situations where the visual feedback is reduced, such as in the dark or evening, we need to know if children with UMN lesions can rely on their somatosensory function. Identifying the difficulties can support clinical reasoning in finding a solution to train the gait efficiency of these children.

16:15 – 17:15

Abstract Präsentationen PS 5

Kurzbeschrieb
In dieser Session werden Beiträge aus Forschung, Lehre, Ausbildung sowie dem Praxisalltag der Kongressteilnehmenden vorgestellt. Das detaillierte Programm wird nach der Begutachtung der eingereichten Abstracts voraussichtlich Ende August 2025 veröffentlicht.
Raum
Mexico
Format Abstract
FM21

Feasibility of blended therapy: Face-to-face Physiotherapy combined with tablet-based exercises

Pierrette Baschung Pfister, Zurich / Bern
Abstract
P. Baschung Pfister1,2,3, A. Juanós1,2,4, A. Bärlocher1,2, I. Hegemann4, E. D. de Bruin5,6,7, R. H. Knols2,5 (1Department of Physiotherapy and Occupational Therapy, University Hospital Zurich, Zurich; 2Physiotherapy Occupational Therapy Research Center, Directorate of Research and Education, University Hospital Zurich, Zurich; 3Professional Development, Physioswiss, Bern; 4Department of Medical Oncology and Hematology, University Hospital Zurich, Zurich; 5Department of Health Sciences and Technology, Institute of Human Movement Sciences and Sport, ETH Zurich, Zurich; 6Division of Physiotherapy, Department of Neurobiology, Care Sciences and Society, Karolinska Institutet, Solna; 7Department of Health, OST – Eastern Swiss University of Applied Sciences, St. Gallen)

Introduction: The beneficial effects of resistance training for People with Hemophilia (PWH) is well known, but starting to exercise on a regular basis remains a challenge. Blended therapy, defined as the combination of face-to-face physiotherapy (PT) and tele-therapy may help untrained PWH to overcome some of the barriers to starting a regular exercise program. However, little is known about its use in this therapeutic setting, so this study was initiated to evaluate the feasibility of such a blended therapy approach.

Methods: A comparison pre and post therapy, combining face-to-face PT sessions and a remotely supervised 12-week home-exercise program, was performed. The primary results detailed the feasibility of the combined approach in terms of recruitment rate, attrition rate, adherence rate, reasons for dropouts and adverse events, while the secondary ones assessed the acceptance of (technology acceptance model, TAM) and satisfaction with (satisfaction questionnaire, SQ) this blended therapy.

Results: Of the 80 contacted PWH (57 mild, 5 moderate, 18 severe), 14 agreed to participate, yielding an 18% recruitment rate. Recruitment varied by severity (1 mild, 8 moderate, 5 severe). Five participants dropped out due to technical issues (1), a traffic accident (1), pain (2), and lost contact (1), resulting in a 36% attrition rate. Of the nine finishers, 67% (6) completed at least 80% of the training, with a mean adherence rate of 88% (range 50-100%). No adverse events occurred. Mean TAM scores ranged from 5.5 to 6.38 (scale 1-7), indicating positive perceptions. The SQ showed high satisfaction with both "PT session" and "home program" subgroups. Patients preferred longer and more frequent training, with most valuing motivational aspects, like PT oversight and written feedback. However, six participants were dissatisfied with the technology.

Conclusion: This study indicates that a blended therapy approach is feasible. Although adaptations to patients’ needs and in the recruiting process are still required. The drop-out rate was rather high, but the finishers showed high adherence to the program.

FM22

Mehr als nur Gehen – Robotik-assistiertes Gangtraining in der neurologischen Langzeitbetreuung

Carina Ziller, Rheinfelden
Abstract
F. Blum1, C. Ziller2,3 (1Physikalische Therapie und Robotik, Reha Rheinfelden, Rheinfelden; 2Physiotherapie, Reha Rheinfelden, Rheinfelden; 3Wissenschaftliche Abteilung, Reha Rheinfelden, Rheinfelden)

Einleitung: Das Robotik-assistierte Gangtraining (RAGT) ist ein fester Bestandteil der Schlaganfallrehabilitation, wird jedoch auch bei anderen neurologischen Erkrankungen häufig durchgeführt. Während der Einsatz im stationären Setting als etabliert gilt, stellt die Integration im ambulanten Bereich eine deutlich grössere Herausforderung dar – sowohl in Bezug auf die therapeutische Umsetzung als auch hinsichtlich organisatorischer und struktureller Rahmenbedingungen. Die Hürden reichen von eingeschränkten Zeitressourcen über fehlende Finanzierungsmodelle bis hin zu begrenzter Verfügbarkeit spezialisierter Therapietechnologien. Ziel der vorliegenden Arbeit ist die praxisnahe Darstellung eines strukturierten RAGT in der ambulanten Langzeitbetreuung anhand von zwei Fallbeispielen: einem Patienten mit inkomplettem Querschnittssyndrom und zwei Patientinnen mit Multipler Sklerose. Die Auswahl zeigt mögliche Einsatzgebiete und soll zur Diskussion über die Rolle technologiegestützter Therapien im langfristigen Rehabilitationsverlauf anregen.

Methode: Vorgestellt wird das RAGT der genannten Patientinnen am Lokomat. Die Betroffenen starteten mit unterschiedlichen funktionellen Ausgangsniveaus und zeigen verschiedene Krankheitsverläufe. Das Training absolvierten sie regelmässig ein- bis zweimal pro Woche, jeweils 15 bis 45 Minuten pro Einheit über mehrere Monate bis hin zu mehreren Jahren. Die Behandlungsplanung erfolgte individuell, orientierte sich an alltagsrelevanten Zielsetzungen und wurde regelmässig evaluiert und angepasst.

Resultate: Im Fokus stehen dabei nicht nur die technischen Parameter des Geräts (Gehzeit, Gehgeschwindigkeit, Gewichtsentlastung, Führungskraft), sondern auch die therapeutische Herangehensweise sowie die strukturellen Rahmenbedingungen (z. B. Zeitfenster, Finanzierung). Die Fallbeispiele zeigen vor allem die Notwendigkeit und den Einfluss des RAGT auf die Lebensqualität sowie die Rolle eines motivierenden Trainingssettings zur langfristigen Therapieadhärenz.

Schlussfolgerung: Diese praxisnahen Fallbeispiele sollen Kolleginnen und Kollegen Anregungen geben, wie das RAGT auch ausserhalb des stationären Rahmens wirksam eingesetzt werden kann. Eine strukturierte ambulante Integration ermöglicht eine kontinuierliche Bewegungsförderung, reduziert funktionellen Abbau und trägt zur Aufrechterhaltung der Selbständigkeit im Alltag bei. Weitere systematische Evaluationen sind anzustreben, um die gesammelten Erfahrungen wissenschaftlich abzusichern, Versorgungsmodelle zu entwickeln und für eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen zu argumentieren.

FM23

painbreaker – Ein digitaler, multidisziplinärer Online-Kurs für Menschen mit chronischen Schmerzen

Sandra Zimmermann, Burgdorf
Abstract
S. Zimmermann1, O. Ludwig2 (1Physiotherapie, painbreaker GmbH, Burgdorf; 2painbreaker GmbH)

Ausgangslage
Chronische Schmerzen stellen eine erhebliche Belastung für das Gesundheitssystem dar und beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen massiv. Gleichzeitig besteht ein begrenzter Zugang zu multidisziplinären, evidenzbasierten Behandlungsansätzen. In regulären physiotherapeutischen Sitzungen à 30 Minuten kommt eine umfassende Edukation häufig zu kurz – obwohl deren Wirksamkeit wissenschaftlich gut belegt ist und edukative Inhalte ein zentraler Bestandteil der Versorgung chronischer Schmerzpatient:innen darstellen (DEGAM, 2023).  Die durchschnittliche Leidensdauer beträgt sieben Jahre, verbunden mit häufigen Arztbesuchen und hohen Gesundheitskosten (Boston Scientific, 2013). Daraus ergibt sich ein klarer Handlungsbedarf: Es braucht skalierbare, niederschwellige und nachhaltige Interventionen, die Patient:innen befähigen, den Schmerz selbstwirksam zu bewältigen.

Methode
Painbreaker bietet einen 12-wöchigen, digitalen Kurs, der auf Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie (CBT), edukativen Inhalten sowie Achtsamkeits- und Mentaltrainings basiert. Ziel ist es, Patient:innen mit chronischen Schmerzen alltagsnahe Strategien zur Schmerzbewältigung zu vermitteln. Der Onlinekurs besteht aus Videos mit umfangreicher Schmerzedukation, Audios mit Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen sowie einem begleitenden Workbook mit Reflexionsaufgaben aus der CBT. Zur Evaluation kommt der validierte Örebro-Fragebogen zum Einsatz, der neben Schmerzintensität auch funktionelle Einschränkungen und psychische Gesundheit erfasst. Seit Januar 2025 befindet sich der Kurs in der Beta-Testphase; eine vorangegangene Alpha-Phase zeigte erste Hinweise auf Akzeptanz und Wirksamkeit.

Resultate
Die vollständige Datenerhebung ist noch im Gange. Erste Rückmeldungen aus der laufenden Testphase sowie der Alpha-Phase zeigen eine hohe Nutzerzufriedenheit (Ø 8.5/10). Teilnehmende berichten von einem verbesserten Verständnis für Schmerzmechanismen sowie der Entwicklung neuer Bewältigungsstrategien, die sie auch langfristig anwenden möchten. Besonders geschätzt werden die Struktur, Interaktivität und Alltagstauglichkeit der Inhalte.

Schlussfolgerung
Der Online-Kurs von painbreaker bietet eine innovative, digitale Lösung zur Bewältigung chronischer Schmerzen. Durch die Kombination evidenzbasierter Therapieansätze mit einem skalierbaren, digitalen Format hat der Kurs das Potenzial, bestehende Versorgungslücken zu schließen und Patient:innen effizient und nachhaltig zu unterstützen. Der Kurs ist als Ergänzung zu bestehenden Therapieangeboten konzipiert: Edukative Inhalte können damit zeitlich ausgelagert werden, wodurch in physiotherapeutischen 1:1-Sitzungen mehr Raum für gezielte individuelle Arbeit mit den Patient:innen entsteht. Zukünftige Studien werden zeigen, wie sich die langfristige Wirksamkeit und Nutzerzufriedenheit entwickeln und wie die Erkenntnisse in die Weiterentwicklung des Programms einfließen können.

FM24

PEMOCS: PErsonalized, MOtor-Cognitive exergame training in chronic Stroke

Simone K. Huber, Zürich
Abstract
S. K. Huber1,2, R. H. Knols1,2, J. P. Held3,4, M. Betschart5,6, S. Gartmann1,2, N. Nauer1,2, E. D. de Bruin2,5,7 (1Physiotherapy Occupational Therapy Research Center, Directorate of Research and Education, Universitätsspital Zürich, Zürich; 2Motor Control and Learning Group, Institute of Human Movement Sciences and Sport, Department of Health Sciences and Technology, ETH Zürich, Zürich; 3Rehabilitation Center Triemli Zurich, Kliniken Valens, Valens; 4Bellevue Medical Group, Bellevue Medical Group, Zürich; 5Department of Health, OST – Eastern Swiss University of Applied Sciences, St. Gallen; 6Institute of Therapy and Rehabilitation, Kantonsspital Winterthur, Winterthur; 7Division of Physiotherapy, Department of Neurobiology, Care Sciences and Society, Karolinska Institutet, Stockholm)

Background and research question: Many chronic stroke survivors struggle with residual motor and cognitive impairments when their rehabilitation is over. Motor-cognitive exergames may help addressing these residual impairments, however, effective training schedules are yet to be determined. Therefore, the PEMOCS training concept for PErsonalized, MOtor-Cognitive exergaming in chronic Stroke was developed. This study investigated the effects of PEMOCS concept-guided, exergame training performed additionally to usual care on cognitive functions and gait in chronic stroke survivors.

Methods: In this single-blind, randomized, controlled trial, stroke survivors (at least six-months post-stroke and able to perform step-based exergaming) were allocated either to the intervention group (usual care + PEMOCS exergame training) or the control group (usual care only). The exergame training was performed for 30-40 minutes, twice per week for 12 weeks. Global cognitive functioning (Montreal Cognitive Assessment) was the primary outcome, while health-related quality of life (HRQoL), cognitive functions (attention, executive and visuospatial functions), mobility, as well as indoor and outdoor gait parameters were evaluated secondarily. Effects were analysed using linear-mixed effect models. Responder analyses was performed to identify differences between responders (participants exhibiting a clinically relevant change) and non-responders (participants exhibiting no clinically relevant change).

Results: Effects on global cognitive functioning were non-significant in both groups. Within the exergame group, there were no differences in adherence, baseline cognitive status or age between responders and non-responders. Among secondary outcomes, mobility within the HRQoL questionnaire, intrinsic visual alertness, cognitive flexibility, working memory, and outdoor walking speed showed significant interaction effects in favour of the exergame group. Adherence to the exergame training was high.

Discussion and practical implications: Additional exergaming helped maintaining global cognitive functioning and showed encouraging effects in mobility and cognitive outcomes. Enhancing the frequency and intensity of sessions, for example by enabling additional home-based sessions, could unlock more substantial benefits. Therefore, motor-cognitive exergaming may be a promising complementation for chronic stroke survivors and help increasing motivation and adherence to long-term therapy. Additionally, exergames could be a possible tool for chronic stroke survivors to keep training motor and cognitive functions when their therapy prescriptions are terminated.

FM25

Stakeholders’ perspectives on Digital Transformation in Healthcare and Electronic Patients Records

Veronika Schoeb, Lausanne
Abstract
V. Schoeb1, F. Bastardot2, M. Robert1, C. Larocco1, E. Baeriswyl3 (1Département Recherche & Innovation, Haute Ecole de Santé - Vaud (HESAV)/HES-SO, Lausanne; 2Lausanne University Hospital (CHUV), Medical Directorate, Lausanne; 3Department of Physiotherapy, Bern University of Applied Sciences (BFH), Berne)

Introduction  

The SwissHealth2030 strategy stimulates technological and digital transformation within the Swiss healthcare system. Electronic Patients Records (EPR) show significant potential for improving healthcare delivery, yet uptake remains challenging. This study aimed to (1) document EPR use patterns and user profiles in the Canton of Vaud, and (2) explore patients’ and professionals’ perceptions on digitalization and EPR implementation.   

Methods  

This mixed method study included a retrospective case-control study (Phase 1) comparing EPR early adopters with matched non-users at a Swiss University Hospital (N=324). In Phase 2, interviews and focus group discussions were organized with patients (users and non-users, N=24) and health professionals (N=17). Data were transcribed 'ad verbatim' and analysed using thematic analysis.  

Results  

Quantitative data (324/1638 participants; response rate 19.3%) revealed early adopters were predominantly male (72.6% vs. 59.4%, p=0.035) and with higher education levels. Despite a majority being dissatisfied (54.8%), most recommended EPR (67.7%), citing low provider participation (in particular general practitioners) as their main concern. Qualitative analysis identified themes influencing patients’ EPR adoption: contextual environment, health literacy, perceptions and motivations, and digital skills. The primary factor influencing EPR registration was having a chronic medical condition and wanting to control one's health. For professionals, obstacles emerged at macro (data protection and reimbursement issues), meso (organisational factors), and micro levels (digital competencies, motivation).  

Conclusion 

Early EPR adopters were highly educated individuals with chronic diseases and frequent health service users (cared for by a multitude of health professionals). They had the expectation of improved information transmission between healthcare providers, even if the patient was unable to access it. Despite implementation challenges, users believe in its potential value. Both patients and professionals have high expectations for the EPR that the current tool does not fulfill. To accelerate its implementation, promoting factors need to be identified across macro, meso and micro levels. Early adopters could become implementation ambassadors, while professional enthusiasm requires enhancement. Educational environments should strengthen digital skills training, and opportunities to address attitudes towards technology.  Policymakers should reconsider incentives to encourage rather than hinder implementation. 

16:15 – 17:15

Abstract Präsentationen PS 6

Kurzbeschrieb
In dieser Session werden Beiträge aus Forschung, Lehre, Ausbildung sowie dem Praxisalltag der Kongressteilnehmenden vorgestellt. Das detaillierte Programm wird nach der Begutachtung der eingereichten Abstracts voraussichtlich Ende August 2025 veröffentlicht.
Raum
Hongkong
Format Abstract
FM26

Pain prevalence, phenotypes & management of patients undergoing neurological rehabilitation

Clare Maguire, Basel / Bern
Abstract
N. Janki1,2, K. U. Hanusch1, C. Maguire1,2 (1Fachbereich Physiotherapie, Berner Fachhochschule BFH, Bern; 2Physiotherapie, REHAB Basel, Basel)

Background: Pain is a common and persistent problem in patients with neurological disorders (Nandi, 2008). Despite high prevalence and negative consequences for quality of life and the rehabilitation process, studies have shown that pain frequently remains outside the clinical focus in neurological rehabilitation (Salabasidou et al., 2024). Prerequisites for effective pain treatment include accurate assessment & differentiation of the underlying pain mechanism and systematic documentation (Timm et al., 2021). This evidence-based approach to pain management is not adequately implemented in this patient group (Chimenti et al., 2018).

Objective: To evaluate pain prevalence and phenotypes, to describe interprofessional pain management and patient satisfaction in patients in a Swiss neurorehabilitation clinic.

Methods: Design: Cross-sectional observational study. Inpatients with diagnosed neurological disorder, >18. Patients with Montreal Cognitive Assessment (MoCA) >19 completed a supported self-report questionnaire, assessing pain prevalence, phenotypes (nociceptive, nociplastic and neuropathic) and management. Patients with MoCA <19 were assessed with the Zurich Observational Pain Assessment (ZOPA). Healthcare professionals completed a questionnaire on pain management. Primary outcome: Pain prevalence. Secondary outcomes: Prevalence of main and additional pain phenotypes, pain severity, association with neurological disorder, patient satisfaction, evaluation of interprofessional pain management and type of prescribed pain medication.

Results: A total of 79 inpatients were included (57 with questionnaire, 22 with ZOPA). Overall pain prevalence was 58.2% (95%-CI 47.2%-68.5%). Patients completing questionnaire had multiple pain phenotypes (38.5% all 3; 61.5% 2), nociceptive (61.5%) and nociplastic pain (30.8%) were most frequent. Mean pain intensity overall was 3.1 (95%-CI 2.2-4, on Numeric Rating Scale 0-10). 89.5% of healthcare professionals reported assessing pain, primarily severity not pain mechanisms or phenotypes. Standardised, interprofessional procedures were considered to be lacking. Interprofessional pain management was rated “very good” or “good” by 64.9% of patients.

Conclusion: High pain prevalence and complex mixed phenotype patterns were measured. Standardised interprofessional management including differential pain diagnosis, treatment plans and documentation require improvement. Valid practical tools for phenotype differentiation and implementation strategies for interprofessional pain management require further research.

FM27

SMILE! Funktionelle Elektrostimulation bei bilateraler peripherer Fazialisparese – eine Fallstudie

David Strittmatter, Basel
Abstract
D. Strittmatter1, H. Sticher2, N. Clobes3, R. Winter2 (1REHAB Basel, Basel; 2Physiotherapie, REHAB Basel, 4055 Basel; 3Logopädie, REHAB Basel, 4055 Basel)

Einleitung: Bilaterale periphere Fazialisparesen (pFP) treten bei einer Schädigung beider VII. Hirnnerven auf und sind im Vergleich zu unilateralen FP äußerst selten (0,3%-2% aller FP). Folgen sind Ausfälle der motorischen Gesichtsmuskulatur, was in Einschränkungen der Mimik resultiert. Personen mit einer FP erleben häufig nebst motorischen Einschränkungen emotionale und kommunikative Störungen, welche zu sozialem Rückzug und verminderter Lebensqualität führen können.

Trotz begrenzter Evidenz für die Wirksamkeit nicht-medikamentöser Therapien konnte aufgezeigt werden, dass funktionelle Elektrostimulation (FES) besonders bei über Monate persistierenden Paresen zu signifikanten willkürmotorischen Verbesserungen führen kann. Adverse Effekte wurden nicht aufgezeigt. 

Ziele: Die Ziele dieser Fallstudie war die Überprüfung der Effektivität von FES bei persistierender bilateraler pFP. Zudem wurde die Machbarkeit bezüglich 1. subjektivem Patientenempfinden, 2. Durchführung der empfohlenen Behandlungsfrequenz pro Woche im stationären Rehabilitationssetting und 3. des Auftretens unerwünschter Ereignisse im Verlauf evaluiert.

Methodik: Diese Einzelfallstudie beschreibt einen 57-jährigen Patienten mit persistierender (>3 Mo) bilateraler pFP nach akuter inflammatorisch-demyelinisierender Polyradikulopathie. Aufgrund des Patientenzieles, lächeln zu können, wurden Mm. zygomaticus und Mm. orbicularis oris stimuliert. Im Verlauf wurde die Zielmuskulatur bei willkürmotorischer Verbesserung angepasst und mit Biofeedback ergänzt. Das Stimulationsprotokoll (12 Wo, 5x/Wo à 20min) wurde basierend auf Literatur zu unilateraler pFP (150ms, 1-10Hz, 1-30mA) erstellt und zusätzlich zur konventionellen Behandlung angewendet. Das funktionelle Outcome wurde mittels der Sunnybrook Facial Grading Skala (SFGS) und Foto- und Videoanalysen im zweiwöchigen Intervall evaluiert. Das subjektive Patientenempfinden wurde durch den Facial Disability Index (FDI) erfasst und die Machbarkeit der Intervention anhand der wöchentlichen Behandlungsfrequenz, sowie dem Auftreten von unerwünschten Ereignissen (Schmerzen, Synkinesien) erhoben.

Resultate: Es konnte eine Verbesserung in allen Assessments erreicht werden (SFGS-Score rechts Punkte Pre 3, Post 82; links Pre -2, Post 68; FDI körperlich Pre 66, Post 92,5; sozial Pre 80, Post 112). Während der gesamten Stimulationsphase traten keine unerwünschten Ereignisse auf und der Patient gab subjektiv eine deutliche Verbesserung an. Die Behandlungsfrequenz (5x/Wo) konnte nicht konsequent umgesetzt werden, wobei die minimale Empfehlung der Literatur (>3x/Wo) immer erreicht wurde.

Zusammenfassung: In dieser Fallstudie war die funktionelle Elektrostimulation bei bilateraler pFP effektiv und machbar, jedoch ist eine engmaschige klinische Betreuung des Prozesses notwendig um die Therapiefrequenz und gegebenenfalls Anpassungen zu gewährleisten.

FM28

Predicting Fall Rate in Neurorehabilitation: Combining Physical and Cognitive Parameters

Rebecca Winter, Basel / Brüssel / Bern
Abstract
R. Winter1,2,3, C. Maguire1,3, B. Jansen4, E. Swinnen2 (1Physiotherapie, REHAB Basel, Clinic for neurorehabilitation and paraplegiology, Basel; 2Rehabilitation Research (RERE), Vrije Universiteit Brussel, Brüssel; 3Gesundheit, Fachbereich Physiotherapie, Berner Fachhochschule, Bern; 4Engineering ICT & Electronics (ETRO), Vrije Universiteit Brussel, Brüssel)

Background: Falls pose a significant health challenge in neurological populations. In Switzerland, approximately 286,000 people fall annually, with up to 50% of neurological inpatients experiencing falls. These incidents lead to increased morbidity, healthcare costs, and psychological consequences. Current fall-risk assessments have limitations in discriminative capabilities, often underestimating the impact of psychological and cognitive factors, and are frequently restricted to binary outcomes (fall/no fall). Additionally, these tools are predominantly developed for elderly cohorts, which may not generalize to younger or neurologically impaired populations.

This study aims to develop a comprehensive fall-rate prediction model for neurorehabilitation patients integrating (1) inpatient fall prevalence quantification and (2) comparative analysis of risk factors distinguishing single versus recurrent fallers through clinical data.

Methods: This retrospective cohort study was conducted at a Swiss neurorehabilitation centre over four years. Fall prevalence was assessed in all inpatients aged >18 years with neurological disorders using structured fall records and clinical data. The prediction model incorporated demographic factors, clinical diagnoses, medication use, functional assessments, cognitive measures, and activities of daily living among fallers. A zero-inflated Poisson regression model with Akaike Information Criterion was employed, complemented by bootstrap validation and machine-learning algorithms.

Results: Preliminary data indicate fall prevalence of 16.2% (95% CI: 14.7-17.9) among 2,193 inpatients. Age and gender distributions were similar between fallers (mean age: 55 years, 63% male) and the overall hospital population (mean age: 56 years, 62% male). However, fallers had significantly longer hospital stays (98 vs. 61 days). Some variables associated with fall-risk aligned with previous models for ≤4 falls. However, these risk-factors appeared less predictive for individuals with excessive falls (>5 falls), who demonstrated better motor and overall cognitive abilities but progressively impaired divided-attention.

Conclusions: Existing models lack generalizability to this neurological population, particularly regarding patient age and domain-specific neuropsychological deficits especially in multiple fallers. By integrating multidisciplinary clinical evaluations and machine-learning techniques, this study aims to enhance the accuracy of fall-rate prediction in neurorehabilitation settings, bridging the gap between research and clinical practice.

FM29

Impact of Spasticity on Strength and Endurance Training in MS: a Systematic Review and Meta-Analysis

Nanco van der Maas, Brügg BE
Abstract
N. van der Maas1, T. Renaud2, R. Hilfiger3 (1Institut für Physiotherapieforschung, Brügg BE; 2Zentrum für Training, Physiotherapie und Forschung bei MS; 3Physiotherapie Tschopp & Hilfiger)

Introduction: Exercise training is a cornerstone of rehabilitation and treatment for people with multiple sclerosis (pwMS). While studies have demonstrated benefits such as improved mobility and reduced fatigue, few have explored how exercise parameters  such as frequency, intensity, or duration interact with spasticity severity. Indeed, symptoms like paresthesia, fatigue, pain, and spasticity may worsen following exercise. These exacerbations are generally transient and reversible. Exacerbation of spasticity following training is an issue in rehabilitation and treatment. Although the benefits of exercise are well established, the relationship between spasticity severity and training outcomes remains unclear. This systematic review and meta-analysis aims to address this knowledge gap by evaluating how spasticity affects exercise outcomes and identifying adaptations to optimise training for pwMS. Understanding this relationship could help to develop individualised exercise programs that maximise benefits while minimising side effects, thereby improving the quality of life for pwMS.

Methods: A systematic review will be conducted by two independent reviewers according to the Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses (PRISMA) guidelines. In the case of disagreement between reviewers, a third reviewer will be consulted to reach consensus. A comprehensive search will be performed in the following databases: PubMed, Embase, Web of Science Core Collection, CENTRAL, CINAHL Ultimate, Ovid/MEDLINE and PEDro, using predefined inclusion criteria. Studies evaluating strength and/or endurance training outcomes in individuals with any type of MS presenting with spasticity will be included. A descriptive analysis will be conducted, and a meta-analysis will be performed if sufficient data and homogeneity between studies are available.

Discussion: This study aims to fill a knowledge gap in the understanding of strength and endurance training in MS by investigating how spasticity influences exercise training outcomes in pwMS, Methodological challenges, including variations in spasticity measurement, training protocols and differences between participant subgroups, need to be considered. The results may be limited by the number of available studies, but will provide a foundation for understanding the complex interaction between spasticity and exercise. Ultimately, it could provide more effective recommendations for strength and endurance training, helping clinicians and patients better manage spasticity.

FM30

Wirksamkeit eines interprofessionellen Ansatzes zur Behandlung von Spastik. Studienprotokoll 

Martina Grinzinger, Basel
Abstract
M. Grinzinger1, T. Clark2, M. Hund-Georgiadis3, C. Maguire1 (1Physiotherapie, REHAB Basel, Basel; 2Physiotherapie, Royal Hospital for Neuro-disability, London; 3Arztdienst, REHAB Basel, Basel)

Einleitung: Spastizität ist beim Upper Motor Neuro Syndrome (UMNS) ein häufig beschriebenes Symptom und tritt in unterschiedlichen Schweregraden auf. Spastizität kann schmerzhaft und belastend sein und die Kosten für Rehabilitation und Pflege erhöhen. Obwohl in internationalen Leitlinien sowohl pharmakologische als auch nicht-pharmakologische Therapien empfohlen werden, bleibt der Einsatz insbesondere für nicht-pharmakologische Interventionen, vage. Das Fehlen von Standardprotokollen, Ungenauigkeiten bei der Beschreibung von Interventionen sowie ein breites Spektrum von Zielen und Ergebnissen führen zu einer geringen Qualität der Evidenz. Die Festlegung individueller Behandlungsziele und die Hinzunahme standardisierter Messungen in Bezug auf diese Ziele führen nachweislich zu signifikant besseren Ergebnissen in Bezug auf Funktion und Schmerzen sowie zu einer Reduzierung der Kosten.

Ziel dieser multizentrischen N-of-1-Serie ist die Evaluation der Wirksamkeit eines internationalen, multiprofessionellen Ansatzes bei der Behandlung von Patient*innen mit fokaler Spastik, die Botulinumtoxin (BoNT) und nicht-pharmakologische Interventionen erhalten.

Methodik: Für diese Forschung wird ein experimentelles Einzelfalldesign (SCED) mit den Phasen A-B-C verwendet, insbesondere eine N-of-1-Serie, um individuelle Effekte messen zu können. 30 Patient*innen aus 2 Zentren (CH, UK) werden eingeschlossen, welche aufgrund ihrer fokalen Spastik mit BoNT und nicht-pharmakologischen Massnahmen durch 2 spezialisierte, interprofessionelle Teams behandelt werden. Als primäre Outcome Messung wird die Goal Attainment Skala-light evaluiert. 

Statistik: Die Daten werden grafisch mittels «Cerelation-Line» dargestellt und visuell auf Veränderungen zwischen den Phasen geprüft. Mit Cohen's d werden die Effektgrößen zwischen den Phasen verglichen, Friedman's Anova und Wilcoxon-Tests mit post-hoc Bonferroni-Korrekturen werden verwendet, um statistisch signifikante Veränderungen zu testen. Bis zum Kongress werden vorläufige Daten vorliegen.

Diskussion: Um zukünftig ziel- und patientenorientierter zu behandeln, müssen die potenziellen Wechselwirkungen zwischen den Patient*innenmerkmalen und den verschiedenen Interventionen besser verstanden werden. Die Interventionen und die Dosierung der Behandlung in Bezug auf die individuellen Ziele der Patient*innen werden beschrieben und analysiert, um die Evidenz zu erweitern und eine Präzision der nicht-pharmakologischen Behandlungsempfehlungen zu ermöglichen. Dies würde zu einem besseren Verständnis beitragen, geeignete Interventionen für das Individuum zu identifizieren und anzuwenden.

Literatur:

Harrison, R. (2015). Post stroke pain: Identification, assessment, and therapy. Cerebrovascular Diseases

Barbosa, P. (2021). Physiotherapy interventions for the treatment of spasticity in people with spinal cord injury: A systematic review. Spinal Cord

Ab 17:15

Apéro riche

Raum
Foyer
Format General

* Die definitive Raumeinteilung wird zu einem späteren Zeitpunkt ausgeschrieben.